27.02.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Der Vertrauensbruch schlägt auf den Magen

Bremer Stadtmusikanten, neue Fassung. Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Der mutmaßliche Riesenbetrug mit Eiern muss diejenigen Kunden besonders hart treffen, die an Fertiglasagne immer naserümpfend vorbeigegangen sind. Die zu Eiern aus Freilandhaltung oder gar mit Bio-Siegel greifen, weil sie alles richtig machen wollen.

Dieses Mal geht die Formel "mangelhaft, weil billig" nicht auf. "Mangelhaft, weil teuer" träfe es eher. Die Käufer von Eiern aus Freiland- oder Bodenhaltung haben bewusst mehr bezahlt für ein Qualitätsmerkmal, nämlich das der artgerechten Haltung. Das führt zum Kern des Problems. Lebensmittelkauf ist in unserer arbeitsteiligen Gesellschaft Vertrauenssache. Auch auf dem Land spaziert kaum noch jemand mit der Milchkanne zum Bauern oder beglückt die Nachbarshühner mit Regenwürmern.

Diese kleinsträumige Wertschöpfung, in der der Kunde durch direkten Kontakt die Kontrolle hat, existiert nur noch in Nischen. In der überlangen Kette der Produktion von Lebensmitteln und des Handels muss der Staat diese Kontrollfunktion wahrnehmen, mit genügend Personal und empfindlichen Strafen. Der Markt oder der Preis können es nicht richten.

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