Kommentar von Stefan Zaruba
Die Rente ist sicher auch heuer weniger wert

Zugvögel. Karikatur: Tomicek
Die Rente soll im Westen fast gar nicht, im Osten dafür deutlich steigen. Was zunächst nach himmelschreiender Ungerechtigkeit klingt, hat seine Ursache darin, dass Deutschland auch in diesem Punkt weiter nicht geeint ist. Noch klafft eine Rentenlücke. Was den West-Ruheständler im Alltag tatsächlich schmerzen dürfte: Sein monatliches Budget wird nicht so stark steigen wie die Lebenshaltungskosten.

Dabei ist der Durchschnitts-Warenkorb, der für die Ermittlung der Inflationsrate herangezogen wird, in der Praxis nur die halbe Wahrheit. Was nützt es der hochbetagten Witwe, wenn der Elektro-Schnickschnack in diesem Statistiker-Sortiment wieder einmal billiger geworden ist? Ihr tun die deutlich steigenden Preise für die Heizung, den Strom, die Miete und Gesundheits-Leistungen weh.

Die Regierung geht von einem Schwund bei der Kaufkraft der Rente in den alten Bundesländern von 17 Prozent seit der Jahrtausendwende aus. Allein aus der nun geplanten Renten-"Erhöhung" im Westen wird laut Sozialverband Deutschland bereinigt um Inflation und steigende Kassenbeiträge ein Kaufkraft-Minus von 1,55 Prozent.

Das ist ein heißes Eisen in einem Wahljahr. Dass Union, SPD, Grüne und Liberale die Rentenpolitik in wechselnden Koalitionen mitgetragen haben, sollte sie nicht dazu verleiten, still zu halten. Wie immer die Wahl ausgeht, Deutschland braucht eine große Koalition für die Sicherung eines Auskommens am Lebensabend.
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