Kommentar von Stefan Zaruba
Die Union und die Frauenquote: Dieser Kompromiss ist faul

Unions-Hinterzimmergespräche. Karikatur: Tomicek
Verzagtheit beim Thema Frauenquote in Aufsichtsräten kann man der Union seit Montag nicht vorwerfen. Im Gegenteil, es grenzt gar an Frechheit gegenüber dem Volk, was die Führung als Kompromiss verkauft. Eine gesetzliche Frauenquote von 20 Prozent ab 2018 ist also Teufelszeug und muss im Bundestag abgelehnt werden. Eine Quote von 30 Prozent ab 2020 soll hingegen so gut sein, dass sie ins Wahlprogramm kommt.

Was die Unionsspitze da ausgemauschelt hat, soll weniger die Situation von Frauen in den Führungsetagen von Unternehmen verbessern als die Situation einiger weniger Frauen in der Führungsetage einer Regierungspartei. Eine jede soll das Gesicht wahren, und die Unionsabgeordneten im Bundestag sollen dem SPD-Antrag trotz aller Sympathie die Stimme verweigern können.

Doch geht die Rechnung auf? Ursula von der Leyen hat hoch gepokert. Ob sie und andere nach all den Machtspielchen eine Vertagung auf St. Nimmerlein schlucken, wird die Sitzung am Donnerstag zeigen. Die Ministerin ließ sich zunächst nicht in die Karten blicken.
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