Kommentar von Stefan Zaruba
Fall Peggy: Bange Blicke nach Lichtenberg

Es geht um die Wurst. Karikatur: Tomicek
Der Fall Peggy hat von Anfang an Emotionen geschürt und Fragen aufgeworfen. Das zeigte die Pressekonferenz in Hof, in der die Ermittler im Oktober 2002 Ulvi K. nach fast eineinhalbjähriger frustrierender Suche als den dringend des Mordes Verdächtigen benannten. In dieselbe Pressekonferenz platzte Peggys Großvater mit einem Eklat. Er zweifelte vor den Medienvertretern sowohl an, dass seine Enkelin nicht mehr lebt, als auch dass der geistig Behinderte der Täter ist. Sein Vorwurf: Die Fahnder wollten einfach nur ihre Akten schließen.

"Der Polizei fehlt eine Leiche, der Familie fehlt ein Grab", überschrieb unsere Zeitung damals einen Kommentar. In mehr als zehn Jahren hat sich an diesem unerträglichen Zustand nichts geändert. Der Justiz reichten die Ermittlungsergebnisse für eine Verurteilung von Ulvi K.. Doch wie daneben Urteile zu Tötungsdelikten liegen können, hat der Fall des Bauern gezeigt, der von seiner Familie an Schweine und Hunde verfüttert worden sein soll - die Leiche tauchte nach acht Jahren in der Donau auf.

Heute richten sich die Blicke - auch bange Blicke - auf die Suchaktion in Lichtenberg. Ob der Bagger etwas zutage fördert oder nicht: Es wird wieder große Emotionen geben - und neue Fragen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.