30.11.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Für Ägyptens Revolutionäre geht der Alptraum weiter

Neuschnee. Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Ägypten wandelt sich immer weiter vom Hoffnungsträger in der arabischen Welt zum Sorgenkind. Der groteske Abstimmungsmarathon über die Artikel einer möglichen Verfassung zeigt, wie sich Muslimbrüder und Salafisten die Politik in der Nach-Mubarak-Ära vorstellen: Im Hauruck-Verfahren ihr Weltbild durchdrücken ohne Rücksicht auf Andersdenkende und Andersgläubige.

Der Westen findet sich in einer alten Zwickmühle wieder. An der Spitze des Schwergewichts in der Region steht wie einst Mubarak wieder ein Präsident, dem nach strengen Maßstäben der Aufklärung das Handwerk gelegt gehörte. Doch verprellen darf man ihn nicht, will man nicht einen der letzten Vermittler in Nahost verlieren.

Westliche Diplomaten werden den Gewissenkonflikt aushalten. Den Kopf halten wieder einmal die Menschen auf den Straßen Ägyptens hin. Die säkularen Revolutionäre sind nicht die ersten in der Geschichte, denen zunächst nur ein kurzes Erwachen aus einem Alptraum vergönnt war. Dem Kampf gegen das Mubarak-Regime folgt ein zweiter. Er wird möglicherweise länger, blutiger und von weniger Erfolg gekrönt.

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