16.05.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Horst Seehofer handelt, weil es sonst keiner tut

Endlager-Suche. Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Horst Seehofers Auftritt mag spontan gewesen sein, er war in jedem Fall unterhaltsam und klang ehrlich. Mutig war er nicht. Seehofer holte zu einem Zeitpunkt zum Fußtritt aus, an dem die CDU strauchelt. Von der Schwesterpartei und der Kanzlerin hat er nichts zu befürchten. Aber vom Wähler.

Es gibt in der Politik das Gesetz der Serie. Wenn's läuft, dann läuft's. In die eine oder andere Richtung. Die FDP hat mit dem Image des Losers eine Wahl nach der anderen vergeigt. Bis Wolfgang Kubicki und Christian Lindner ihr Ding durchzogen: losgelöst von der siechen Bundespartei. Und die Union? Seehofer hat Bastionen fallen gesehen. Baden-Württemberg war im vergangenen Jahr ein Menetekel, wenn auch noch vor dem Hintergrund von Fukushima und Stuttgart 21. Nun ist Kiel gekippt, und in Düsseldorf brachte die CDU nicht einmal mehr den Fuß in die Tür.

Seehofer muss vor den Landtags- und Bundestagswahlen den Abwärtstrend fürchten. Er könnte die Christsozialen in einem veränderten Umfeld böse erwischen. Christian Ude will die bayerische SPD aus dem Jammertal holen. Die Piraten nehmen Kurs auf München. Seehofer hatte im ZDF keinen Aussetzer, er hat gehandelt. Er musste handeln, auch weil es in der CDU keiner tut.

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