12.04.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Jahrhundert-Katastrophe mit kurzer Halbwertszeit

Im Dauereinsatz. Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Man muss vermutlich Japan-Versteher sein, um das zu kapieren: Dieses Land erlebte, wie der militärische Einsatz der Atomkraft Generationen quält. Dann stellte es seine dicht besiedelten und dauererschütterten Inseln mit Kernreaktoren voll. Bis ein Beben die friedliche Nutzung der Atomkraft in einen Alptraum verwandelte. Und nur drei Jahre später macht die Regierung jenes Landes abermals klar, dass Kernenergie Teil des Lebens bleiben wird.

Es geht in Japan nicht darum, das Atom-Aus wegen irgendwelcher Stromengpässe zu verzögern. Derzeit ist kein Reaktor am Netz, und die Lichter sind noch an - wenn auch für den Preis von mehr klimaschädlichen Abgasen aus konventionellen Kraftwerken. Tokio will nicht vom atomaren Feuer lassen und sogar in die Wiederaufarbeitung einsteigen. Die deutschen Ambitionen dazu in Wackersdorf endeten vor genau 25 Jahren. Ein frühes Beispiel, welche abrupten Wendungen es in der Energiefrage auch hierzulande gibt. Trotz aller Beteuerungen ist nicht ausgeschlossen, dass die deutsche Energiewende noch Kurskorrekturen erleben wird.

stefan.zaruba[at]derneuetag[dot]de

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