01.06.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Krieg der Worte gegen das Regime in Syrien

Der Unparteiische. Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Wenn Deutschland den Menschen in Syrien helfen will, muss Bundeskanzlerin Angela Merkel heute handeln und den russischen Präsidenten Wladimir Putin ins Gebet nehmen. Appelle, Sanktionen, Blauhelm-Beobachter haben das Morden in Syrien nicht gestoppt. Der Rauswurf von Botschaftern war überfällig, wird aber gleichwohl niemanden im Assad-Clan beeindrucken. Wer mit Kanonen aufs eigene Volk schießt, ist unempfindlich gegen solche diplomatischen Papierkügelchen.

In Berlin, Washington und Paris kann Assad keinen Blumentopf mehr gewinnen. Er darf sich nur deshalb halbwegs sicher im Sattel fühlen, weil unter anderem Moskau seine schützende Hand über seine Herrschaft hält. Dahinter steckt keine falsch verstandene Freundschaft, sondern Machtkalkül. Ein Syrien unter Assad ist nützlicher für Russland als eines, das in die Einflusssphäre des Westens gerät oder in einen Chaos-Staat zerfällt.

Die kühle Berechnung Moskaus weckt zugleich ein Fünkchen Hoffnung: Lässt Putin Assad eines Tages fallen, wenn nur der Preis stimmt? Ein schnelle Lösung wird es leider nicht geben. Frankreich und die USA drohen mehr oder weniger offen mit einer Intervention. So munitioniert der Westen rhetorisch auf, - ein Teil der Aufständischen tut es ganz wörtlich. Der Volksaufstand gleitet vor den Augen der Welt in einen Guerillakrieg ab.

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