09.06.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Niebel und der Teppich: Auf den Klopfer haben viele gewartet

Was Niebel wirklich wollte ... Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Es gibt Affären, bei denen sich der strauchelnde Staatsmann inmitten des Naserümpfens eines Fünkchens Neid oder heimlicher Bewunderung sicher sein kann. Die schöne Geliebte, der schillernde Doktortitel, der Traumurlaub für lau - "a Hund is er scho", schwingt da augenzwinkernd mit. Aber einen sperrigen Teppich aus Afghanistan nach Berlin zu bugsieren, das hat den matten Glanz einer Slapstick-Komödie. Und es wirkt wie Dirk Niebel auf den Leib geschrieben.

Der FDP-Mann hat ein Ministerium übernommen, das er einst abschaffen wollte. Er geriet in den Ruch, in seinem Haus Austragsstüberln für Parteifreunde einzurichten. Und er krempelte die Entwicklungshilfe um, erntete dafür Respekt, machte sich auch damit aber nicht nur Freunde. Auf so einen Fehltritt haben viele gewartet.

Niebel hat der Merkel-Truppe eine erfolgreiche Woche verdorben. Der BND steht da wie ein Frachtflieger für Nippes, die Deutsche Botschaft in Kabul wie ein Basar fürs Minister-Shopping. Sauer dürfen auch die deutschen Soldaten am Hindukusch sein. Sie denken in Afghanistan mehr an Bomben als an Teppiche. Der Minister mit der Militärmütze macht für Andenken an Afghanistan den Geldbeutel auf. Was würden manche Soldaten zahlen, um ihre Erinnerungen an Afghanistan loszuwerden?

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