05.11.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Peer Steinbrück und die Euro-Krise der SPD

Regieanweisung. Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Das hatten sich die Sozialdemokraten anders vorgestellt. Peer Steinbrück als Zugpferd im Wahlkampf, ausgemacht unter drei Männern per Handschlag. Mit dem sympathisch-schnoddrigen und als Finanzexperte anerkannten Kandidaten wollte die SPD im direkten Vergleich punkten - gegen Angela Merkel, die Moderatorin einer Krach-Koalition.

Doch immer neue Meldungen über den Großverdiener Steinbrück drohen der SPD den Wahlkampf zu vergiften. Auch der Befreiungsschlag ging ins Leere. Nach der brutalstmöglichen Offenlegung der Steinbrückschen Kassenlage ist nicht Schluss mit den Schlagzeilen. Hier noch ein halbes Milliönchen; dort ein Streit um die Frage, ob ein 25 000-Euro-Honorar nicht eigentlich als gemeinnützige Spende gedacht war.

Es ist nicht unredlich, für gute Arbeit gutes Geld zu nehmen. Der Kandidat mag alle Einnahmen rechtfertigen, Abbitte für "verschwitzte" Meldungen an den Bundestag leisten und sich erfolgreich juristisch wehren. Etwas wird haften bleiben: der Eindruck, dass sich der Fachmann vor allem mit seinen eigenen Finanzen beschäftigen muss. Fehlt der SPD eigentlich nur noch, dass es an der Basis hörbar rumort. Der Glanzlack, mit dem die Troika ihr Gemauschel überstrichen hat, ist ab.

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