07.03.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Reich an Worten: Der Armutsbericht einer Regierung

Die Bundesregierung klärt auf ... Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Armut ist schwer messbar. Und sie sieht in Deutschland auch anders aus als in der Sahelzone. Doch sie ist da. Das zeigen die Mütter, die an Tafeln um Essen nachsuchen. Rentner, die in ihrer Wohnung frieren. Vollzeit-Malocher mit Billiglöhnen, denen am Monatsende nichts bleibt - außer der Erkenntnis, dass sie genauso gut zu Hause bleiben könnten.

Wenn Politiker mit Statistiken jonglieren, wird es immer heikel. Auch vermeintlich eindeutige Kennziffern wie die Entwicklung der Vermögensverteilung sind nur bedingt aussagekräftig. Und wenn zwischen Koalitionspartnern dann noch um Formulierungen gerungen wird, muss jedermann klar sein, dass der Armuts- und Reichtumsbericht vor allem eine politische Lageeinschätzung ist. Im Wahljahr ist die notwendige sachliche Debatte über die Fakten nun nicht mehr zu erwarten.

Die Menschen, die um soziale Ausgrenzung fürchten und ihren Kindern nicht versprechen können, dass es ihnen einmal besser gehen wird, müssen sich vor den Kopf gestoßen fühlen. Dank der armseligen Wortklauberei hat uns die Bundesregierung um einen Bericht über ihren Zustand bereichert: Die Kluft zwischen Worten und Taten wird größer.

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