27.12.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Rösler will sich mit seinem Positionspapier Zeit erkaufen

Zwischen den Jahren. Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Das Dreikönigstreffen der Liberalen steht bevor, und man muss kein Weiser aus dem Morgenland sein, um zu deuten, wie die Sterne für FDP-Chef Philipp Rösler stehen. Im nächsten Jahr geht es um mehr als Landtagsmandate, deren massenhafter Verlust schmerzhaft genug war. Die Bundestagswahl entscheidet über die Existenz der Freidemokraten.

Das Treffen der Liberalen wird vordergründig wieder ein großes Schaulaufen. Tenor: Ohne uns geht alles schief, mit uns alles besser. Aber hinter den Kulissen wird es die Nabelschau einer Partei, die ihre Probleme nicht abstreifen kann. In der Koalitionsarbeit wird die FDP neben einer erstarkten Union als Störenfried wahrgenommen. Der engeren Führungsmannschaft mangelt es an Charisma und an Erfolgen. Und die Stichler aus den eigenen Reihen setzen Rösler weiter zu.

Dass der Chef mit seinem Positionspapier einen Befreiungsschlag sucht, ist nachvollziehbar - aber auch ein durchsichtiges Manöver. Keiner seiner Vorschläge ist bis zur Wahl politisch umsetzbar, und Rösler muss sich fragen lassen, warum er erst jetzt damit herausrückt. Der Wirtschaftsminister fährt mit etwas Weihrauch, Gold und Myrrhe in der Tasche zum Dreikönigstreffen. Viel Zeit kann er sich damit nicht erkaufen.

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