29.03.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Schlecker und der Staat: Wer half beim Kramerladen um die Ecke?

Pflege-Rettungsschirm. Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Die Schlecker-Insolvenz hat ihren Platz in den Büchern der Wirtschaftsgeschichte verdient. Zu groß ist der Name, zu weitgespannt das Netz der Filialen, zu abrupt der Fall nach dem steilen Aufstieg, als dass man über Schleckers Niedergang hinwegsehen könnte. Doch begründet all das auch, dass staatliche Haushalte, also damit wir Steuerzahler, in einem besonderen Maß für die Folgen einstehen müssen? Zweifel sind angebracht.

Zusammenbrüche von Unternehmen können zu strukturellen Verwerfungen führen - etwa nach dem Quelle-Aus im Raum Fürth. Das sind Fälle, in denen es geboten sein kann, staatliche Unterstützung über die bestehenden sozialen Sicherungssysteme hinaus zu leisten. Die große Zahl von Betroffenen bei Schlecker verteilt sich aber über weite Teile der Republik. Und gleichzeitig sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt so gut wie lange nicht mehr.

Täglich verlieren in Deutschland Menschen aus unterschiedlichsten Gründen ihren Arbeitsplatz. Unternehmer müssen aufgeben, weil sie auf dem Markt nicht mithalten können. Große Haie fressen kleine Fische. Nirgendwo gilt das Prinzip so brutal wie im Einzelhandel. Schlecker war ein Hai. Die Mitarbeiter, die nun ihren Job verlieren, ereilt das Schicksal, das ihren Kollegen in Kramerläden landauf, landab widerfahren ist - und noch weiteren Angestellten im Einzelhandel droht. Ihnen allen hilft auch keine Transfergesellschaft.

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