01.02.2006 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Trotz aller Nörgler: 2006 mit gutem Start am Arbeitsmarkt

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Kommentar

Die Vorlage der Arbeitsmarktzahlen nutzen Politiker wie keinen anderen wiederkehrenden Termin für ihre Positionierungen. Schönredner und Schulterklopfer drängen an die Mikrofone ebenso wie Nörgler, Mahner und Besserwisser. Ein Haufen Worte überdeckt das Zahlenmaterial und lässt den Bürger oft genug mit dem Eindruck zurück, dass die da oben sich die Wirklichkeit hinbiegen wie sie es brauchen.

2005 hatten brave Statistiker dem Treiben auch noch wenig entgegenzusetzen. Infolge der Hartz-Reformen war zwölf Monate lang keine Arbeitslosenzahl ernsthaft mit der des Vorjahres zu vergleichen. Ungeachtet dessen schwätzten die Politiker munter fort. Wen interessierte im Wahljahr schon, dass die Fünf-Millionen-Marke vor allem aus statistischen Gründen gerissen wurde?

Seit gestern haben wir endlich wieder halbwegs vergleichbare Zahlen vom Arbeitsmarkt. Im Januar 2006 stand dieser gegenüber dem Januar 2005 in weiten Bereichen besser da. Die Arbeitslosenquote sank deutschlandweit um 0,2 Prozentpunkte, in Bayern um 0,4 Punkte und in der Oberpfalz um einen Prozentpunkt. Nüchtern betrachtet ist das ein guter Einstieg ins WM-Jahr, auf dem so viele Hoffnungen ruhen. Dabei wären die Januar-Zahlen noch besser ausgefallen, hätte nicht der strenge Frost dem Bau arg zugesetzt.

Doch feuern die Kritiker wieder aus allen Rohren. Die Linkspartei will Hartz IV abblasen, allen zaghaften Erfolgen zum Trotz. ver.di-Chef Frank Bsirske deutet die jüngsten Zahlen als "Bilanz eines Misserfolgs" und vermisst Wachstumsimpulse der Regierung. Ob er sich darunter satte Tarifabschlüsse mit einer Fünf vor dem Komma vorstellt wie seine Kollegen von der IG Metall?

Schwer zu glauben, dass Streiks im öffentlichen Dienst und der Schluck der Metaller aus der Lohnpulle die Beschäftigung weiter beflügeln. Eher beschwören sie einmal mehr das jüngst gekürte Unwort des Jahres herauf: "Entlassungsproduktivität" - die Kunst, ein Unternehmen mit weniger Beschäftigten brummen zu lassen.

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