25.04.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Unbequeme Wahrheiten über den Alltag in der Pflege

Bei Röttgens zu Hause. Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Vom Bericht des Wehrbeauftragten bis zum Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes prasseln ständig unbequeme Wahrheiten auf Bürger und Verantwortungsträger im Staat hernieder. Der Pflegebericht der Krankenkassen ist vielleicht die am schwersten verdauliche Kost. Eigentlich mag man nicht lesen, was darin steht, muss man doch fürchten, dass es wie durch eine Kristallkugel ein Ausblick auf die eigene Zukunft ist.

Der Medizinische Dienst der Kassen spricht von Fortschritten in den vergangenen Jahren - ein schwacher Trost. Das, was die Prüfer immer noch beanstanden, lässt sich nicht einmal als bedauerliche Häufung von Einzelfällen kleinreden. Vernachlässigung, Regelbruch und unnötiges Leiden in der Pflege sind ein Massenphänomen. Möglich nur, weil es hinter verschlossenen Türen passiert, weil sich die Betroffenen nicht wehren können und weil sie kaum eine Lobby in der Gesellschaft haben.

Wenn es am Geld liegt, muss die Bundesregierung nachsteuern. Doch noch mehr Milliarden werden nicht automatisch helfen. Schon heute leisten manche Einrichtungen Pflege im besten Sinn des Wortes, wo andere versagen. Nötig sind kompromisslose Transparenz, scharfe Kontrollen und wo nötig die volle Härte des Gesetzes.

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