15.02.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Wenn Pferde muhen: Die Stunde der Saubären

Fastenzeit. Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Kein gescheiter Skandal kommt ohne den passenden Witz aus. Diesmal war der Schenkelklopfer schnell gefunden: Beim Pferdemetzger habe man in den "Pfawürscht" Spuren von Rindfleisch gefunden. Zum Wiehern! Wenig erheiternd ist allerdings, was da aus Europas Tiefkühltruhen auftaucht. Dass Fertigkost offenbar in großem Stil Pferdefleisch untergemischt wurde, ist mehr als nur eine unappetitliche Angelegenheit für Menschen, die auf dem Pferd lieber reiten als kauen.

Panscher haben es wieder geschafft, in der überlangen Produktions- und Handelskette etwas ins Essen einzuschleusen, was dort nicht hingehört. Es geht nicht nur um Fleisch vom falschen Tier, es war obendrein zumindest teilweise auch mit einem Arzneimittel belastet und hätte niemals verarbeitet werden dürfen. Es hätte auch umetikettiertes Gammelfleisch oder Schlachtabfall sein können - keiner hätte es bemerkt.

Dem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul? Von wegen. Wieder nur alles auf Billigessen und fehlende Wertschätzung für Nahrung zu schieben, greift zu kurz. Beschiss droht überall, wo Geld verdient wird, das zeigen die Meldungen über falsch deklarierten Edelfisch in Restaurants.

Es war eine deutliche Ansage gerade auch der deutschen Politik, dass die Tricksereien mit dem Essen aufhören. Jeder sollte erstens Gewissheit darüber bekommen, was er auf dem Teller liegen hat, und dass es - zweitens - unbedenklich ist. Davon sind wir weit entfernt, auch weil manchen Saubären in der Nahrungsindustrie die Fantasie nicht ausgeht.

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