07.10.2008 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Uli Piehler Nachrichten, die besser sind als jede Seifenoper

von Uli Piehler Kontakt Profil
Kommentar

Selten war die bayerische Landespolitik so spannend. Vorbei sind die Zeiten, als die Fernsehzuschauer bei der Nachrichtensendung genervt nach der Fernbedienung suchten. Wenn die Seifenoper zu Ende ist, geht sie jetzt erst richtig los. Wird es Seehofer schaffen? Was passiert dann mit Goppel und Herrmann? Und gibt es ein Comeback für Stoiber? Die CSU liefert ein tägliches Fortsetzungsdrama.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten könnte der Titel lauten. In besseren Tagen - vor einem Jahr - empfahl sich Horst Seehofer als Parteivorsitzender, weil nur ein Bundespolitiker den Einfluss der CSU in Berlin sicherstellen könne. Wenn es tatsächlich so wäre, müsste er jetzt auf das Amt des Ministerpräsidenten verzichten. Doch die Zeiten haben sich geändert. Seehofer kann sich nun zu Recht darauf berufen, dass das Wahldebakel die Ausgangslage völlig verändert hat. Eine Lagebewertung, die parteiintern mit Genugtuung aufgenommen werden dürfte. Sie hilft etlichen Funktionären - zum Beispiel in der Frauenunion -, die den Ingolstädter im September 2007 partout nicht als Parteichef haben wollten. Sein Privatleben ist offensichtlich in den Hintergrund getreten.
Seehofer hat bewiesen, dass er widerstandsfähig und wandelbar ist. Mit der Mischung aus Sachverstand, Basisnähe und Machtinstinkt könnte der Herz-Jesu-Sozialist zum Heilsbringer werden. Er hat eine echte Chance, die Partei zu einen und zu alter Stärke zurückzuführen. Wie er das hinbekommt, welche Rolle Huber spielt und ob Stoiber doch im Hintergrund die Fäden zieht, ist offen. Fortsetzung folgt. Es bleibt spannend.

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