04.04.2018 - 20:46 Uhr
Deutschland & Welt

Kommunion für evangelische Christen sorgt für Spannungen Offener Streit in der Bischofskonferenz

Köln. In der katholischen Deutschen Bischofskonferenz gibt es ein schweres Zerwürfnis über die Frage der bisher nicht zulässigen Kommunion für evangelische Christen. Wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben des Konferenzvorsitzenden, des Münchener Kardinals Reinhard Marx, hervorgeht, haben sich sieben andere deutsche Bischöfe an den Vatikan gewandt und dort "um Hilfe" gebeten - zunächst an Marx vorbei.

von Agentur DPAProfil

Sie hätten Zweifel, ob ein von der Bischofskonferenz mit Zwei-Drittel-Mehrheit getroffener Beschluss zur "Handreichung über konfessionsverschiedene Ehen und eine gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie" mit "dem Glauben und der Einheit der Kirche vereinbar" sei.

Der Streit geht auf eine Entscheidung der Bischöfe aus dem Februar zurück. Sie hatten sich damals zu einer Mini-Reform durchgerungen, nach der Ehepaare unterschiedlicher Konfessionen künftig im Einzelfall gemeinsam an Eucharistiefeiern in katholischen Kirchen teilnehmen dürfen. Die Diskussion um ein gemeinsames Abendmahl ist seit Jahrzehnten ein Streitpunkt zwischen Katholiken und Protestanten. Bislang konnten Protestanten bei den Katholiken quasi nur unter der Hand am Abendmahl teilnehmen.

Der Gruppe, die den Beschluss nun in Zweifel zieht, gehört unter anderem der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki an, wie sein Erzbistum mitteilte. Weitere Unterzeichner des Briefes an den Vatikan sind der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, sowie die Bischöfe Konrad Zdarsa (Augsburg), Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Wolfgang Ipolt (Görlitz), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Stefan Oster (Passau).

Es gehe ihnen um eine "Klarstellung, ob die Frage des Kommunionempfangs konfessionsverschiedener Ehepartner im Rahmen einer nationalen Bischofskonferenz entschieden werden kann, oder ob eine Entscheidung der Universalkirche notwendig ist", teilte das Kölner Erzbistum mit. In einer so zentralen Frage des Glaubens und der Einheit der Kirche müssten nationale Sonderwege vermieden werden. Das dreiseitige Schreiben der sieben Bischöfe an den Vatikan ist auf den 22. März datiert. Marx wurde nach eigenen Angaben von Woelki erst danach darüber in Kenntnis gesetzt. Marx widersprach den Bedenken seiner Kollegen. Die Vollversammlung der Bischofskonferenz sehe "die Rückbindung mit der Universalkirche als klar gegeben an", schrieb er. Der Beschluss sei "mit weit überwiegender Mehrheit" und nach einer ausführlichen Aussprache gefasst worden.

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