Kürzung der Lehrerstellen fahrlässig

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In Bayern gibt es mehr als 5500 Schulen. Bedeuten da 830 Lehrer weniger nicht einen statistisch zu vernachlässigenden Verlust? Die Streichung von 830 Lehrerstellen kann das Schulsystem treffen, sofern man bei diesem System bleibt, Lehrerstellen ausschließlich nach den Schülerzahlen zu bemessen. Der Faktor Schülerzahl ist ein operationalisierbarer Wert. Besondere Aufgabenstellungen der Schulen sind mathematisch jedoch schlecht fassbar. Ich greife nur das Thema Inklusion behinderter Kinder heraus. Aber da ist ja die Zusage von Minister Spaenle, den Schulen solle die "demografische Rendite" verbleiben: Lehrerstellen, die aufgrund zurückgehender Schülerzahlen gestrichen werden müssen, blieben dann erhalten. Da sind sie wieder: die Schülerzahlen! Die Zahl der Pensionierungen wird jedoch gerne vergessen, verschwiegen, ignoriert.

Von 1974 bis 1977 besuchte ich das Lehrerseminar in Amberg. Es gab es dort immer drei Seminargruppen mit jeweils rund 30 Teilnehmern. Wir wurden weitgehend alle übernommen. So entstand eine für heute vergleichsweise hohe Zahl von Junglehrern. Aus biologischen Gründen kommt diese große Lehrergruppe nun nach und nach ins Pensionsalter. So wird in den nächsten Jahren eine gewaltige Lücke entstehen. Die Stellen-Kürzungen erscheinen deshalb mehr als fahrlässig.

Reinhold Hierl, Wernberg-Köblitz
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