Kultur hat ihren Preis
Briefe an die Redaktion

Zum Bericht "Was darf Kultur kosten?" vom 18. April:

Die Stadt will also alle ihre kulturellen Veranstaltungen durchleuchten, Einnahmen und Ausgaben prüfen und in Relation zu den Besucherzahlen setzen. So weit so gut. Will man Kunst und Kultur nach Soll und Haben aufstellen? Sollen die Besucherzahlen Messlatte für Kunst und Kultur sein? Da könnten dann genau die Politiker, die über die Kosten jammern, das ihre dazu tun und die Veranstaltungen z. B. der Max-Reger-Tage besuchen. Bisher meistens Fehlanzeige!

Stadtrat Walter Leupold lästert, die Reger-Tage seien "relativ provinziell" geworden. Das erinnert an O-Ton Prof. Kurt Seibert: Er lästerte über die Weidener Max-Reger-Tage, weil sie nicht mehr die "seinen" sind. "Eine mittlerweile lächerliche Veranstaltung", sagte er. Vielleicht auch nur deswegen, weil er nach seinem Abgang den Stillstand und das Verschwinden der Max-Reger-Tage gesehen hatte. Viele Besucher aus nah und fern haben in den letzten Jahren die Veranstaltungsreihe der Max-Reger-Tage genossen. Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz und renommierte Reger-Experten aus Karlsruhe und München haben die Max-Reger-Tage für alle Bevölkerungsschichten, aber auch für absolute Reger-Liebhaber erfolgreich weitergeführt.
Und was die Kosten betrifft: Kultur hat nicht erst seit Prof. Seibert ihren Preis. Allein die Maria-Seltmann-Stiftung hat zwischen 2002 und 2007 die Max-Reger-Tage unter Seiberts Führung mit insgesamt 115 000 Euro unterstützt. Die Reger-Tage werden hoffentlich auch in Zukunft unter städtischer Federführung trotz finanzieller Nöte bestehen bleiben. Das ist die Stadt ihrem "großen Sohn" schuldig.

Joachim Strehl 92637 Weiden

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