16.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kuschelig oder trendig: Sofas gibt es für jeden Geschmack - Trend geht zur Leichtigkeit Urlaub vom Alltag

(dpa/tmn) Sind die Mühen des Tages geschafft, ist die Aussicht auf einen gemütlichen Sofa-Abend verlockend. Für den entspannten Feierabend bieten die Hersteller für jeden Geschmack und Bedarf die passende Form, Größe, Farbe und Funktion.

von Redaktion OnetzProfil

"Die Wohnungen werden vor allem durch den steigenden Anteil von Singlehaushalten kleiner, und so haben sich auch die Sofas verändert", sagt Ursula Geismann, Trend-Analystin vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef. Weg von raumfüllenden Sofaecken geht der Trend zu filigranen und leicht anmutenden Sofas.

"Die Leute möchten heute flexibel bleiben und die Möbel im Wohnzimmer auch mal umräumen können", hat Geismann beobachtet. So stehen Sofas auch nicht mehr zwingend an der Wand, sondern oft frei im Raum. Deshalb werden inzwischen auch die Rückseiten der Sofas mit bezogen.

Mehrwert bieten

"Ein Sofa, das nichts kann, ist out", sagt Geismann. So können Arm- und Rückenlehnen für ein bequemes Sitzen und Liegen geklappt oder verschoben, Hocker angestellt und Bezüge gewaschen werden. In fest eingebauten Staufächern, die als Tischchen dienen, können Bücher und Zeitschriften verschwinden oder die Kaffeetasse abgestellt werden.

"Ein Sofa soll einen Mehrwert bieten. Erst müssen die Schwiegereltern bequem sitzen, dann will man aber in Liegeposition Fußball gucken", erklärt die Trendanalystin.

Da sich der Kommunikationsbereich heute immer mehr an den Esstisch verlagert, bekommt das Sofa einen zunehmend privaten Charakter. "Hier wird geschmökert und gekuschelt, relaxt und Fernsehen geschaut", sagt Gabriela Kaiser, Trendberaterin aus Landsberg am Lech.

Unabhängig von den Trends sollte die erste Frage bei der Planung eines Sofas immer sein, wofür man es benötigt. "Eine Familie mit zwei Kindern hat ganz andere Ansprüche an ein Sofa als Singles oder Senioren." Das fängt schon bei der Größe an. Kaiser rät Familien mit Kindern zu Sofa-Landschaften, die aus einzelnen Modulen bestehen.

Für Kauf Zeit nehmen

So lässt sich ein Sofa flexibel umgestalten, denn Sitz-Elemente können mit einem Mechanismus herausgedreht oder einfach angestellt werden. Während ein Zweier-Sofa für eine Familie eben nicht ausreicht, ist es für einen Single ideal. Es ist leicht und kann problemlos umziehen oder im Raum verändert werden. Senioren wiederum sitzen gerne etwas höher, wobei die Sitzfläche nicht zu tief sein sollte.

Für den Kauf eines Sofas empfiehlt Polstermeister Frank Bruns aus Bremen, sich Zeit zu nehmen: "Es dauert einen Moment, bis man beurteilen kann, ob eine Polsterung zu fest oder zu weich ist. Auch die Sitzhaltung ist dabei wichtig. Viele Hersteller bieten unterschiedliche Sitzqualitäten an", erklärt er.

Zu den zwei üblichsten Polsterungs-Arten gehöre die Variante mit einer Unterfederung aus Wellenfedern, auf die ein Federkorb plus Schaumstoff kommt. "Aber auch eine Unterfederung aus Gummi-Gurten, auf die in Sandwichtechnik verschieden feste Schaumstoff-Lagen aufgebaut werden, ist eine gute Variante", so Bruns. Für welchen Aufbau man sich entscheidet, hängt vom persönlichen Sitzgefühl ab. "Wichtig für eine dauerhafte Benutzung ist in erster Linie die Qualität der Materialien."

Um mit dem Sofa lange glücklich zu sein, ist auch die Stoffqualität wichtig: "Man sollte nur ausgewiesene Polsterstoffe wählen", erklärt der Experte. Die Angaben der Scheuertouren erfolgen in Martindale. "Je höher die Zahl, desto strapazierfähiger der Stoff. Ich empfehle, keinen Stoff mit unter 20 000 Scheuertouren auszuwählen." Bei hellen Bezügen sollte man darauf achten, dass nicht nur Flecken die Schönheit trüben, sondern auch eine Jeans den Stoff verfärben kann.

Viele Bezüge sind mit Klett- oder Reißverschlüssen versehen und können zum Waschen abgezogen werden. Ursula Geismann empfiehlt, darauf zu achten, dass man sie selbst waschen kann. Auch Bezüge aus Leder sind beliebt. Hier schaut der Verbraucher jedoch inzwischen genauer auf die Details. Es gibt laut Geismann einen Trend hin zu biologisch gegerbten Ledersorten.

Klassische Elemente

Kaiser beobachtet, dass auch klassische Elemente die junge Wohnwelt erobern. So gibt es inzwischen viele Modelle, die die sogenannte Knopfheftung aufgreifen. "Angewendet auf ganz moderne Möbel hat diese Polsterungsart nichts Altbackenes mehr. Ganz im Gegenteil strahlt sie eine gewisse Beständigkeit aus, die bei jungen Menschen gut ankommt", erläutert Kaiser.

Ein weiterer Trend: "Es ist festzustellen, dass die Nachfrage nach weichen Polsterungen zunimmt", sagt Geismann. Viele wollen kuschelig sitzen und liegen, die weichere Polsterung verspricht Urlaub vom Alltag.

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