27.07.2017 - 21:10 Uhr
Deutschland & Welt

Lage in den Hochwassergebieten entspannt sich Das große Schöpfen

Tief "Alfred", das den Dauerregen brachte, zieht ab. Zu tun gibt es aber viel. In manchen vom Hochwasser gebeutelten Orten beginnt das Aufräumen.

Andy Neumaier. Bild: exb
von Agentur DPAProfil

Hildesheim/Goslar. Die Hochwasserlage bleibt in Teilen Niedersachsens angespannt, auch im Harz kann noch nicht überall Entwarnung gegeben werden. Nachdem heftige Regenfälle vor allem Regionen in dem Mittelgebirge unter Wasser gesetzt hatten, verbesserte sich die Lage am Donnerstag in Städten wie Goslar langsam. Stattdessen verlagerte sich das Problem hoher Wasserstände in andere Gebiete, darunter das niedersächsische Hildesheim und Braunschweig. Es gebe Wassereinbrüche, das Grundwasser steige, und die Kanäle seien randvoll, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstag in Hildesheim.

In der Harz-Gemeinde Harsleben in Sachsen-Anhalt etwa spitzte sich die Lage zu. "Der Ort läuft voll", sagte der Leiter der Einsatzstelle beim Kreis Harz, Kai-Uwe Lohse. In dem Ort nahe Halberstadt trat der sonst harmlose Goldbach über die Ufer. Von einer seit Dienstag an dem Hochwasser-Fluss Holtemme vermissten Seniorin fehlt weiter jede Spur. Nach der 69-Jährigen aus Wernigerode werde weiter gesucht, hieß es am Donnerstag. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau in den Fluss gefallen ist.

Nach den Überflutungen stehen vielerorts die ersten Aufräumarbeiten an. "Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen", sagte der Oberbürgermeister von Wernigerode, Peter Gaffert. Wie hoch die Schäden sein werden, ist noch unklar. Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk hatte am Mittwoch von Kosten in Millionenhöhe für Sanierung und Renovierung gesprochen.

Auch in Bayern entspannt sich die Lage vielerorts. An kleineren Flüssen fielen die Pegelstände schon wieder, teilte der Hochwassernachrichtendienst mit. Vor allem der Stand der Donau werde aber im Raum Donauwörth und weiter flussabwärts noch steigen. Der Deutsche Bauernverband sorgt sich um die Ernte. "Durch den Dauerregen kommt es zu Qualitätsschäden, und es droht auch zu einem Mengenproblem zu werden", sagte Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, der "Passauer Neuen Presse".

Drei Fragen an NT/AZ-Wetterexperte Andy Neumaier

Zuerst sehr heiß, jetzt Unwetter. Ist dieser Sommer normal?

In den Medien wird ja viel vom "Schaukelsommer" gesprochen, und damit der Eindruck propagiert, dass das alles irgendwie nicht normal ist. Tatsächlich darf man in Mitteleuropa aber eben keinen Sommer wie 2003 als Standard erwarten. Auf und ab mit Tief und Hoch ist der ganz gewöhnliche Normalfall, da täuscht auch dieses hübsche Lied "ein Sommer, wie er früher einmal war" doch sehr.

Machen sich nun Auswirkungen des Klimawandels bemerkbar?

Wo Ozeane und Luftmassen wärmer werden, da gibt's mehr Dampf in der Luft, der folglich auch abregnen kann, wenn die Wetterlage passt. Ob das nun jetzt im konkreten Fall der Klimawandel, oder ein "dummer Zufall" ist, mag ich nicht behaupten müssen. Immerhin wurde uns im Jahrhundertsommer 2003 erzählt, dass wir nun furchtbare Dürren erleiden müssen in den kommenden Sommern. Momentan ist ja eher das Gegenteil der Fall. Aber die Extreme nehmen spürbar zu, das merken wir wohl alle.

Was erwartet uns in den kommenden Tagen?

Es wird wieder sommerlicher. Pünktlich zu Ferienbeginn dürfen wir uns auf einige Badetage freuen. Schon am Wochenende geht's über 25, Sonntag sogar auch schon über 30 Grad. Dazu ein freundlicher, weißblauer Himmel und erst am Sonntag dann diese punktuellen Wärmegewitter. Auch in der kommenden Woche zwischen 25 und 30 Grad, mal zwischendurch das eine oder andere Gewitter, und zu Wochenbeginn sind sogar knapp 35 Grad an der Naab denkbar. (räd)

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