27.08.2017 - 21:32 Uhr
Deutschland & Welt

"Land unter" in Texas Harvey tobt

Verheerende Regenmassen und Überschwemmungen, Tod und Zerstörung: Der Wirbelsturm "Harvey" hat am Wochenende in Südtexas dramatische Verwüstungen angerichtet.

Hurrikan "Harvey" erreichte am Samstag die Golfküste vor Texas, zerschmetterte Häuser und Geschäfte. Bild: Eric Gay/Corpus Christi Caller-Times/dpa
von Agentur DPAProfil

Houston. Vor allem Houston hatte am Sonntag ein hochgefährliches Problem: Sintflutartiger Dauerregen führte in vielen Teilen der Millionenstadt zu massiven Überflutungen. Menschen waren in Häusern eingeschlossen, Autos standen bis zu den Dächern im Wasser, eine Frau ertrank beim Verlassen ihres Wagens.

Sturm und Regen

Auch in anderen südlichen Teilen des US-Staates, besonders an der Küste am Golf von Mexiko, spitzte sich die Lage zu. Obwohl "Harvey" sich am Samstag von einem Hurrikan der zweitstärksten Kategorie vier zu einem Tropensturm abgeschwächt hatte, schüttete er Rekordwassermengen über der Region ab. Hinzu kamen schwere Sturmschäden an Häusern, entwurzelte Bäume und umgestürzte Strommasten: Allein am Samstag waren mehr als 300 000 Einwohner ohne Stromversorgung.

Und das alles ist vielleicht nur der Anfang: Ein Hochdruckgebiet weiter nördlich verhinderte, dass "Harvey" weiter ins Inland ziehen konnte: Stattdessen drehte er Schleifen - und sollte die Region nach Vorhersagen von Meteorologen noch bis zur Wochenmitte mit Regen überziehen. Viele Orte würden bald möglicherweise nur noch mit Booten zu erreichen sein, warnten die Behörden, manche Gebiete seien vielleicht auf Monate unbewohnbar. Der texanische Gouverneur Greg Abbott erklärte 50 Bezirke zu Notstandsgebieten.

Notstand ausgerufen

In Houston mussten allein in der Nacht zum Sonntag mehr als 1000 Menschen, die in ihren Fahrzeugen oder Häusern eingeschlossen waren, in Sicherheit gebracht werden. Manche trugen Kinder oder Haustiere in den Armen. Für weite Teile der Metropole wurde der Springflut-Notstand ausgerufen, die höchste Alarmstufe bei Überschwemmungen.

Der zuständige Bezirkssheriff Ed Gonzalez bat die Behörden anderer Städte, mit Booten auszuhelfen. Einwohner wurden aufgerufen, sich nicht auf die Dachböden ihren Häuser zu retten, sondern auf die Dächer, damit sie aus der Luft geborgen werden könnten. In Rockport, wegen seiner schönen Strände auch als "texanische Riviera" bekannt, wurden viele Häuser dem Erdboden gleichgemacht.

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