Leserbrief
Beim Wolf "ein bisschen gelassener bleiben"

Ebenfalls zum Wolf:

In den letzten Wochen sind etliche Berichte und Leserbriefe zum Thema Wolf veröffentlicht worden. Ich selbst bin kein Jäger. Auch bin ich kein militanter Naturschützer, dem das Wohl von Eidechsen und Sumpfdotterblumen über alles geht.

Dennoch sehe ich keine Probleme, wenn sich Wölfe wieder in Bayern ansiedeln sollten, denn die Artenvielfalt zu erhalten, sollte unser aller Anliegen sein. Viele Menschen engagieren sich, wenn es um den Erhalt der Lebensräume von Elefanten, Koalabären oder Tigern geht, schrecken aber davor zurück, wenn es um eine Tierart geht, die in unseren Breiten doch eher ein Nischendasein fristet.

Wirklich entsetzt war ich allerdings, als ich las, dass die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) für den Schutz des Weideviehs vor Wölfen Kosten von 241 bis 413 Millionen Euro veranschlagt. Liebe Sachbearbeiter beim LfL: Jetzt machen wir mal eine kleine Rechenaufgabe.

Selbst wenn es in Bayern 100 freilebende Wölfe gäbe und selbst wenn jeder dieser Wölfe pro Woche ein Schaf reißen würde, wäre dies bei einem angenommenen Preis von meinetwegen 250 Euro pro Schaf ein wirtschaftlicher Schaden von 25 000 Euro pro Woche, pro Jahr somit 1 300 000 Euro.

Damit könnte man zwischen 200 und 350 Jahre lang den wirtschaftlichen Schaden der Schäfer vollumfänglich aus der Staatskasse erstatten, bis man die Kosten für die Schutzzäune erreicht hätte. Ausgehend davon, dass weit weniger Wölfe in Bayern leben, weit weniger als ein Schaf pro Woche gerissen wird und der Preis pro Schaf eventuell auch deutlich niedriger ausfällt, könnten noch locker einige Hundert Jährchen länger die entstehenden Schäden ersetzt werden. Und wir würden immer noch Geld sparen, denn ich gehe mal davon aus, dass kein Weidezaun der Welt länger als 200 Jahre Schutz vor dem bösen Wolf bieten würde.

Also bleiben wir doch alle ein bisschen gelassener, erstatten den Viehzüchtern wie oben beschrieben ihre Schäden und erfreuen uns an der Schöpfung.

Thomas Waldenmayer, 92729 Weiherhammer
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Wilma Zahn aus Regensburg | 15.01.2018 | 09:39  
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