16.04.2018 - 20:02 Uhr
Deutschland & Welt

Leserbrief So kommt die Kirche "wieder im 19. Jahrhundert" an

Zu "Bischof Oster kritisiert Konferenz":

von Externer BeitragProfil

Recht hat der Jugendbischof Stefan Oster, wenn er vor einer "Banalisierung der Eucharistie" warnt. Doch diese Banalisierung hat schon unter Pius X., der heilig gesprochen wurde, angefangen, als er das Kommunion-Alter herabsetzte. Dann war die unmittelbare Beichte vor der Kommunion nicht mehr verpflichtend.

Fortgesetzt wurde das, als das "Beichtzettelsammeln", eine wirksame Kontrolle der Oster-Beichtpflicht, abgeschafft wurde. Die Enthaltsamkeits-Verpflichtung wurde auch gelockert. Dazu kam der Verzicht auf die Patene und das Hinknien und - oh Schreck - die Handkommunion.

All das muss endlich revidiert werden, damit die katholische Kirche wieder im 19. Jahrhundert ankommt. Außerdem würde ich empfehlen, dass in Zukunft vor dem Empfang der Kommunion eine Ausweiskontrolle stattfindet. Auf diesem Ausweis müsste vermerkt sein, wann der Gläubige zum letzten Mal bei der Beichte war, wann zuletzt von einem rechtgläubigen Geistlichen geprüft wurde, ob er sich zu allen Glaubenssätzen der römisch-katholischen Kirche bekennt. Der Termin dürfte dann freilich nicht zu lange zurückliegen.

Schwierigkeiten bereiten würde allerdings die Überprüfung der Enthaltsamkeits-Regel. Ob das über eine Blutzuckermessung geregelt werden kann, das sollte eine Kommission entscheiden.

Sicherlich steht im Neuen Testament, dass man die "Perlen" nicht vor die "Säue" werfen sollte. Und die Sakramente gehören zu den Perlen des Glaubens. Will Bischof Oster die in Bekenntnis-verschiedener Ehe lebenden Protestanten, die das Bedürfnis haben, zur Eucharistie zu gehen, mit "Säuen" vergleichen? Außerdem frage ich mich, was mit dem katholischen Eheverständnis ist. Werden beide nicht "ein Fleisch"? Und müsste über eine richtig verstandene katholische Ehe-Theologie nicht auch die Zulassung eines evangelischen Partners möglich sein?

Johann Ott, 92224 Amberg

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