Leserbriefe "Erst einmal ein Bild vor Ort machen"

Leserbrief zur Kreistagssitzung am 15. April:

Was ich auf der Kreisseite über die Diskussion im Kreistag zum Thema Windenergie lesen konnte, veranlasst mich zu diesen Zeilen: Ich lebe seit 31 Jahren im Dorf Wolfsfeld. Ich möchte Herrn Schmaußer für seine Aussage danken, in Wolfsfeld und Ehringsfeld sei der Beitrag zur Energiewende durchaus erfüllt. Derzeit sind sechs Windkraftanlagen in Betrieb und zwei weitere sind im Bau und sollen im Juli ans Netz gehen.

Die Aufforderung von Herrn Landrat Reisinger an die Kreisräte, auf politischer Ebene Druck zu machen, um das bestehende Gesetz für erneuerbare Energien zu ändern, lässt mich hoffen. Was jedoch Herr Lindenberger (Grüne) zu diesem Thema beitrug, empfinde ich als persönliche Ohrfeige. Ich war bislang der Meinung, die Grünen würden sich verstärkt für die Erhaltung der Landschaft und der Ressource Natur einsetzen. Ich kann es weder als sinnvoll, noch als "ethisch anständig" (Zitat Hr. Lindenberger) betrachten, ein Dorf im Zuge der Energiewende in allen (!) Richtungen mit Windkraftanlagen zu umzingeln.
Leider gibt es zur Zeit noch keine überregionale Vorgabe. So kann fast überall ein "Windspargel" gebaut werden. Es wäre meiner Ansicht nach wichtig, sich zuerst ein Bild der Situation vor Ort zu machen, bevor man für noch mehr Windräder plädiert.

Weiß man doch inzwischen, dass wir, trotz Abschaltung einiger Atomkraftwerke nach Fukushima und den darauf folgenden Wildwuchs an Windkraftanlagen, bereits so viel Strom produzieren, dass wir diesen zuweilen (zum Beispiel im Januar und März 2013) gegen Bezahlung ins Ausland liefern müssen! Dies schlägt sich für den Bürger auch in der Ökostromumlage nieder.

Ich würde deshalb Herrn Lindenberger einladen, eine Woche in unserem idyllischen Dorf zu verbringen, um an lauschigen Abenden und Nächten auch einmal in den Genuss zu kommen, dem Schlagen der Rotoren (derzeit 18 Stück) zu lauschen und die romantischen roten Blinklichter zu bewundern.

Herr Lindenberger - mein Angebot steht!

Sigrid Graml, Wolfsfeld

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