Leserbriefe Nach 39 Jahren noch immer nichts geschehen

Anküpfend an unsere Berichterstattung vom 30./31. August (Seite 19, "Zu schnell und zu viel") zur Verkehrssituation in der Jahnstraße schrieb uns eine Leserin folgende Zeilen:

"Dr. Eberhard Meier, Stadtrat und Mitglied im Verkehrsausschuss sowie im Vorstand der Freien Wähler vertreten, hatte per Postwurf alle Anwohner der Jahnstraße und andere Interessierte zu einem Treffen ans Lindenbrünnerl zum Thema Verkehrsberuhigung und Tempobegrenzung auf 30 km/h eingeladen. Es waren viele gekommen und ich kannte fast Keinen.

Die meisten kannten aber meinen Namen und meine Leserbriefe. Ich war sehr erstaunt, wie viele Fotokopien ich von denen bekam, von Artikeln zu diesem Thema, die in der Amberger Zeitung gestanden waren, von denen ich nichts wusste, weil ich erst 2000 nach Amberg zurückkehrte und aus einem anderen Amberger Viertel stammte.

Es war hochinteressant das alles zu lesen - ,Es gibt wieder Krach in der Jahnstraße - Verkehrsdichte und Lärm nehmen ständig zu' vom Mittwoch, 27. August 1975 - Ich bin sprachlos; denn wieder ging es nun um die gleiche Problematik und zwar am Mittwoch, 27. August 2014: 39 Jahre Zeitabstand, ein Paradoxon, ein Witz.

Es geht weiter - am 9. September 1990 stand zu lesen ,Jahnstraßenbewohner gehen auf die Barrikaden, ein Protestmarsch soll die Verkehrsberuhigung durchsetzen, Interessengemeinschaft gegründet'.

Dr. Meier beschrieb als Vorsitzender der ,Bürgerinitiative 30' die Stimmung so: ,Der Ärger bei den Anwohnern sitzt tief'. Schon 1978 habe man sich an den damaligen Oberbürgermeister Franz Prechtl gewandt, ohne Erfolg, wie man lesen konnte.

Und nun folgt die Krönung - am Freitag, 21. September 1990, stand in der AZ: ,Der OB: Die Jahnstraße bald keine Rennstrecke mehr, Pläne zur Verkehrsberuhigung liegen bereits seit Juli vor, Vorwürfe der Bürgerinitiative Tempo 30 zurückgewiesen.'

Es erübrigt sich jeder weitere Kommentar meinerseits. Es wird auch nach 40 Jahren nichts geschehen sein. Es sei denn, der neue Oberbürgermeister und der neue Bau- und Verkehrsreferent der Stadt und die neuen Stadträte, alles jüngere Leute, nehmen sich der Sache an, was ich hoffe: Bis dahin kann man den Freien Wählern und ihren Verantwortlichen und der Bürgerinitiative Tempo 30, sofern es sie überhaupt noch gibt, Glück wünschen und für ihr Engagement danken."

Maria BeerAmberg

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