15.02.2018 - 18:48 Uhr
Deutschland & Welt

Massaker am Valentinstag 17 Schüler sterben bei Amoklauf

Schwer bewaffnet schießt ein 19-Jähriger an einer High School in Florida um sich. 17 Menschen sterben. Politiker und Prominente sind fassungslos über das Massaker - einmal mehr.

Rettungskräfte versorgen ein Opfer, nachdem an der Marjory Stoneman Douglas High School tödliche Schüsse gefallen sind. 17 Menschen starben, 15 wurden verletzt. Bild: John Mccall/South Florida Sun-Sentinel/dpa
von Agentur DPAProfil

Parkland. Das Grauen an diesem Valentinstag beginnt kurz vor Schulschluss. Ein 19-Jähriger kommt mit einer halbautomatischen Waffe in die Marjory Stoneman Douglas High School. Er trägt jede Menge Munition, außerdem Rauchgranaten und eine Gasmaske. In Parkland im Bundesstaat Florida erschießt er 17 Menschen. 15 Verletzte sind am Donnerstag noch in Krankenhäusern.

Schüler, Lehrer und Eltern schildern entsetzliche Szenen. Einer ersten Rekonstruktion zufolge löste der Täter einen Feueralarm aus. Von einer Gasmaske geschützt, habe er Rauchbomben gezündet, so schildert es Senator Bill Nelson nach einem Gespräch mit Ermittlern. Dann feuerte er auf die Schüler und Lehrer. Zwölf sterben in der Schule, drei davor, zwei im Krankenhaus.

Täter unter Fliehenden

Der Täter soll die Schule im Strom der vielen Fliehenden verlassen haben, schreiben US-Medien unter Berufung auf die Polizei. Wenig später wird er unweit der Schule festgenommen, Widerstand leistet er nicht.

Was nach der Bluttat in den USA einsetzt, kann als trauriges Muster der Wiederholung beschrieben werden. Einer Welle des Entsetzens und guten Wünschen für die Opfer ("thoughts and prayers") folgen wütende, verzweifelte Appelle für schärfere Waffengesetze.

Ändern wird sich nach Lage der Dinge nichts. Waffenbefürworter, Waffenlobby und regierende Republikaner verweisen auf die Verfassung, das Recht auf Selbstverteidigung, und dass strengere Regeln einzelne Täter ja wohl kaum aufhalten könnten. Die Polizei gibt den Namen des Schützen mit Nikolas Cruz an. Er war aus disziplinarischen Gründen von der Schule geflogen, hieß es. Cruz, so berichten es ehemalige Mitschüler, sei ein Einzelgänger mit Faible für Schusswaffen und Messer gewesen. Ein "schwieriger Typ" - viele sagen nun, nach der Tat, man habe früher oft gewitzelt: Wenn jemals jemand bewaffnet ihre Schule überfalle, dann ja wohl Cruz. Ein Lehrer sagte, der Mann habe schon vor dem Rauswurf nicht mehr mit Rucksack auf den Campus kommen dürfen. Am Donnerstag wird Cruz des 17-fachen Mordes angeklagt. 129 Lehrer unterrichten an der High School mehr als 3000 Schülerinnen und Schüler von der 9. bis zur 12. Jahrgangsstufe. Der Ort liegt etwa eine Autostunde nördlich von Miami. Die Berichte der Schüler sind verzweifelt. Sie schildern, wie sie an Leichen vorbei mussten, sie sich in Abstellräumen verbarrikadierten. Einige schrieben via Handy stumme Hilfeschreie: "Was soll ich tun, wo soll ich hin?" Laut US-Medien habe Footballcoach Aaron Feis sich in den Kugelhagel geworfen, um Schüler zu schützen. Er habe vielen das Leben gerettet und wurde getötet.

Schwer bewaffnet

Der Täter hat laut Polizei große Mengen Munition bei sich gehabt. Nach Medienberichten benutzte er eine halbautomatische Waffe des Typs AR-15 oder einen Nachbau. Medienberichten zufolge besaß er sie legal. Diese Waffe wurde auch bei anderen aufsehenerregenden Bluttaten benutzt - etwa 2017 in Las Vegas, als 58 Menschen erschossen wurden.

Am Tag nach dem Massaker legte US-Präsident Donald Trump eine psychische Störung des Täters als Grund nahe. Es gebe dafür sehr viele Anzeichen, twitterte er. Trump hatte vor einem Jahr eigenhändig ein Gesetz unterzeichnet, das psychisch Kranken den Erwerb von Waffen wieder erlaubte. Die "New York Times" berichtete, der Präsident habe von Mitarbeitern gedrängt werden müssen, sich zu äußern. Das Massaker von Parkland ist eines der folgenschwersten an einer Schule in den USA. Seit 2012 sind bei über 200 "Shootings" an Schulen mehr als 400 Menschen gestorben.

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