05.02.2018 - 22:12 Uhr
Deutschland & Welt

Metall-Verhandlungen: Hoffen auf Durchbruch

Hinter verschlossenen Türen konstruktive Stimmung: Erneut versuchen die Tarifparteien im Südwesten, einen Abschluss für die Metall- und Elektrobranche auszuhandeln. Diesmal möglicherweise mit Erfolg.

Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg (links), und Stefan Wolf, Vorsitzender der Arbeitgebervereinigung Südwestmetall begrüßen sich zum Auftakt der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Bild: Marijan Murat/dpa
von Agentur DPAProfil

Stuttgart. Die bundesweiten Warnstreiks der vergangenen Woche könnten Bewegung in die Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie gebracht haben. Die Stimmung sei konstruktiv, hieß es am späten Montagnachmittag am Verhandlungsort in der Stuttgarter Liederhalle. "Wir haben uns sowohl in der Geldfrage als auch bei den qualitativen Themen angenähert", sagte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf in einem kurzen Statement am Abend.

Ob es am Abend oder in der Nacht zu einem Abschluss kommen könnte, vermochten die Vertreter der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände jedoch noch nicht zu sagen. Immerhin, im Laufe des Tages sei bereits über Geld gesprochen worden - ursprünglich hatte die IG Metall ein Plus von sechs Prozent gefordert, die Arbeitgeber hatten zwei Prozent geboten. "Es gab jetzt eine gewisse Annäherung und neue Zahlen. Eine Differenz ist verblieben, die aus unserer Sicht aber nicht unüberbrückbar scheint", sagte Südwestmetall-Sprecher Volker Steinmaier. Es bestünden jedoch auch noch etliche andere Baustellen, deren Lösung sich wiederum auf den Faktor Geld auswirken könnte.

Konkret geht es dabei um die Forderung der IG Metall, den Beschäftigten die Option zu geben, ihre Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden zu reduzieren. Die Arbeitgeber fordern im Gegenzug, dass die Arbeitszeit dann auch nach oben ausgedehnt werden kann, weil viele Beschäftigte durchaus bereit seien, 40 Stunden die Woche zu arbeiten, um mehr Geld zu verdienen. Zudem hatte die IG Metall im Fall der Arbeitszeitreduzierung für bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, Mitarbeiter mit jungen Kindern oder Pflegebedürftigen in der Familie einen Zuschuss gefordert, um Lohneinbußen auszugleichen.

Sollte eine Einigung gelingen, wäre es voraussichtlich ein Pilotabschluss für alle 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie bundesweit.

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