28.01.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Ministerpräsident Weil kritisiert Schadstofftests an Affen "Widerliche" Tierversuche bei VW

Wolfsburg. Mit dem Versprechen sauberer Diesel hat VW Millionen Verbraucher getäuscht. Aber die Lobbyisten des Autoherstellers gingen noch viel weiter. Niedersachsens Ministerpräsident nennt die jetzt bekannt gewordenen Tierversuche beim Test von Dieselabgasen "widerlich". Auch sonst haben diese Tierversuche breite Empörung ausgelöst.

von Agentur DPAProfil

Der Autobauer entschuldigte sich am Wochenende für die in den USA durchgeführten Versuche, bei denen Affen gezielt Schadstoffen ausgesetzt worden waren. "Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war. Es wäre besser gewesen, auf eine solche Untersuchung von vornherein zu verzichten", teilte der Konzern am Samstag mit. Volkswagen distanziere sich klar von allen Formen der Tierquälerei. "Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner."

Die Tests mit den Affen waren Teil einer Studie, die beweisen sollte, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat. Deshalb hatte die EUGT ("Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor") - eine von Volkswagen, Daimler und BMW finanzierte Lobby-Initiative - sie beim amerikanischen Lovelace Respiratory Research Institute in Auftrag gegeben. Federführend war dabei VW. Großaktionär Niedersachsen betonte, er dränge auf vollständige Aufklärung der Geschehnisse 2014. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass nie wieder vergleichbare Studien in Auftrag gegeben werden. "Zehn Affen stundenlang mutwillig Autoabgase einatmen zu lassen, um zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung angeblich abgenommen habe, ist widerlich und absurd", sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Die Tierversuche waren durch Ermittlungen zur Abgasaffäre bekanntgeworden. Ziel soll gewesen sein, eine Studie der Weltgesundheitsorganisation zu kontern, die Dieselabgase als krebserregend eingestuft hatte. "Tiere zu missbrauchen, um die Effektivität der eigenen Betrügereien zu beweisen, ist pervers", sagte Oliver Krischer von den Grünen.

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