28.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Mittelschule Ursensollen erhält als einzige im Landkreis das "Profil Inklusion" Mehr pädagogische Barrierefreiheit

Ursensollen. (zm) Mit dem neuen Unterrichtsjahr 2014/15 betritt das Ursensollener Schulwesen für den Landkreis kultuspolitisches Neuland. Als einzige Volksschule verfügt sie dann sowohl im Grund- wie Mittelschulbereich über das "Profil Inklusion", umgangssprachlich Inklusionsklassen genannt.

Vom Balanceakt zum Regelfall: Die Volksschule Ursensollen verfügt ab dem Unterrichtsjahr 2014/15 im Grund- und Mittelschulbereich über sogenannte Inklusionsklassen. Bild: Hartl
von Redaktion OnetzProfil

Damit wurde ein vom Gemeinderat gestellter entsprechender Antrag positiv beschieden. Diese Aufwertung, so eine Pressemitteilung der Regierung in Regensburg, wird zum Schuljahresbeginn am 16. September in der Oberpfalz nur noch drei weiteren Schulen in Weiden, Regensburg und Lappersdorf zuteil. Insgesamt erfüllen nun 15 Grund- und Mittelschulen die Anforderungen, die der Artikel 24 der UN-Behindertenkonvention einfordert.

Nahtlos eingliedern

Ursensollen, so Bürgermeister Franz Mädler (FW), sei bei den Volksschulklassen eins bis vier "schon seit einigen Jahren" mit dabei. Das kultuspolitische Schlagwort der Inklusion beschreibt nichts anderes, als dass körperlich oder geistig beeinträchtigte und eingeschränkte Kinder weitestmöglich möglich in Regelklassen unterrichtet werden sollen, um gesellschaftliche Barrieren zwischen behindert und nicht-behindert abzubauen. Die bisherige Schulpolitik hatte in Bayern einen anderen Weg mit der überwiegenden Konzentration auf ein separates Förderschulwesen eingeschlagen.

Einer von zwei Wegen

Doch diese Zeiten, so Schulrätin Beatrix Hilburger, seien Vergangenheit. Neben der Ausweisung des "Profils Inklusion" für ganze Schulen sei inzwischen die "Einzelinklusion" im Regelunterricht gang und gäbe. Doch diese Form der alltäglichen Integration stoße auch an Grenzen, so dass der Ursensollener Weg zweifelsohne seine volle Berechtigung habe und zu befürworten sei. Laut Mädler hat ihn quasi als Konsequenz der Grundschul-Inklusionsklasse der Gemeinderat im Frühjahr einstimmig eingeschlagen.

Den jetzt in Regensburg erteilten Zuschlag nehme er "persönlich sehr positiv" auf, unterstricht der Bürgermeister, weil er der Auffassung sei, dass auch von der Entwicklung her benachteiligte Kinder "einen Anspruch auf bestmögliche Förderung haben". Der Gemeinderat trage diese Haltung voll mit, auch in dem Bewusstsein, "dass es uns das wert ist". Damit kam der Bürgermeister auf mögliche Zusatzkosten für die Gemeinde als Sachaufwandsträger der Volksschule zu sprechen. Mit ihnen sei "momentan noch nicht" zu rechnen, doch ausgeschlossen könnten sie für die Zukunft nicht werden. Da geht es um ganz handfeste und nicht gerade kostengünstige Dinge. "Einen Aufzug etwa", führte Mädler als Beispiel an. Die Mittelschule, die im Verbund mit Kastl, Ammerthal und Hohenburg finanziert wird, rangiert in der Größenordnung von rund 170 darin unterrichteten Kindern, die gesamte Ursensollener Volksschule zählt rund 320 Mädchen und Buben.

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