10.07.2017 - 21:12 Uhr
Deutschland & Welt

Neue Anhörung zum Fall des todkranken Babys Hoffnung für Baby Charlie

Ein Gericht in Großbritannien muss erneut entscheiden, ob der todkranke Charlie mit einer experimentellen Therapie behandelt werden darf. Seine Eltern hoffen auf ein Wunder.

Chris Gard und Connie Yates mit ihrem Baby Charlie Bild: Privat/dpa
von Agentur DPAProfil

London. Sie hatten bereits von ihrem Sohn Abschied genommen, da keimt nun wieder Hoffnung auf. Die Eltern des todkranken britischen Babys Charlie Gard machen eine Achterbahn der Gefühle durch. Seit Monaten hoffen sie, dass Charlie für eine experimentelle Therapie in die USA gebracht werden kann.

Sie verloren mit ihrem Wunsch bereits durch alle Instanzen hindurch. Aber nun soll der Fall des elf Monate alten Jungen noch einmal aufgerollt werden. Neue Expertengutachten, die sich auf bisher unveröffentlichte Studienergebnisse stützen, geben Charlie seiner Mutter zufolge eine zehnprozentige Chance auf einen Behandlungserfolg. "Ich hoffe, dass mein Sohn diese Chance erhalten wird", sagt Mutter Connie Yates am Montag in einem BBC-Interview. "Er hat nichts zu verlieren", glaubt sie.

Die Ärzte, die Charlie behandeln, sind anderer Meinung. Sie glauben nicht daran, dass Charlie noch geholfen werden kann. Er leidet an einer seltenen genetischen Erkrankung, in der Fachsprache Mitochondriales DNA-Depletionssyndrom (MDDS), wobei besonders das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen wird. Charlie muss künstlich beatmet und ernährt werden. Die Ärzte wollen verhindern, dass er leidet und plädieren dafür, ihn sterben zu lassen. Die erlittenen Hirnschäden seien nicht mehr heilbar. Ob Charlie Schmerzen hat, ist unklar. Er kann sich nicht bewegen und nicht mitteilen.

Doch Charlies Eltern klammern sich an den Rest Hoffnung, das Leben ihres Sohnes zu retten. Sie sammelten umgerechnet rund 1,5 Millionen Euro an Spenden, um die Behandlung möglich zu machen. Doch sie scheitern auch in letzter Instanz vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. "Wir können unseren eigenen Sohn nicht einmal zum Sterben mit nach Hause nehmen", sagte Chris Gard in einer Videobotschaft mit bebender Stimme.

Doch dann kommt wieder Bewegung in den Fall. Papst Franziskus lässt mitteilen, er hoffe, dass ihr Wunsch, Charlie zu begleiten, nicht missachtet werde. US-Präsident Donald Trump twittert: "Wenn wir dem kleinen Charlie Gard helfen können, ... würden wir uns sehr freuen, das zu tun." Die öffentliche Aufmerksamkeit ermöglichte laut Charlies Mutter die erneute Anhörung vor Gericht.

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