Nicht alle Tiere sollten sich ungehindert vermehren können
Warum Jagd sein muss

Die Sonne geht langsam unter, auf der Wiese am Waldrand wird es dämmrig und still. Nur in den Bäumen raschelt es hin und wieder. Da! Ein Reh tritt aus dem Gebüsch, weiter hinten noch eins.

Erich Loserth ist ganz leise. Er sitzt auf seinem Hochsitz. Von dort oben hat er einen weiten Blick und kann die Tiere gut erkennen. Die Rehe, die er sieht, beobachtet er zum Teil schon seit Jahren. Erich Loserth ist nämlich Jäger. Sein Hochsitz aus Holz und dicken Ästen steht in Zangberg, einem Ort in Oberbayern. Dort liegt das Revier des 64-Jährigen.

Oft hat Erich Loserth sein Gewehr dabei. Damit schießt er auch auf Tiere. Das hört sich für viele Menschen grausam an. Manche lehnen die Jagd deshalb ab. Sie finden, dass die Tiere das Recht haben sollten, ungestört zu leben.

Naturschützer sagen aber: Bei bestimmten Tieren ist die Jagd wichtig. "Rehe und Hirsche etwa gehören zur Natur, aber nicht in zu großer Zahl", erklärt der Naturschützer Ralf Straußberger. "Wenn es sehr viele Rehe und Hirsche in den Wäldern gibt, fressen sie viele kleine Bäumchen. Dann kann kein Wald mehr nachwachsen."

Änderung nötig

Der Naturschützer sagt aber auch: Es gibt viele Dinge, die sich bei der Jagd ändern müssen. Etwa die Regeln dafür, welche Tierarten die Jäger schießen dürfen. "Wir Naturschützer sind etwa dagegen, dass Jäger manche Tierarten abschießen dürfen, die bedroht sind." Dazu zählen zum Beispiel Baummarder oder Luchse. Denn sie stehen in der Liste des Jagdgesetzes als jagdbare Art.
Erich Loserth aber sagt: Nur weil diese Tiere auf dieser Liste stehen, darf man sie nicht automatisch schießen. Für seltene Tierarten gebe es Schonzeiten, in denen man die Tiere nicht töten darf. Und manchmal gelten diese Schonzeiten das ganze Jahr über.

In dem Gesetz, das die Jagd in Deutschland regelt, steht: Es soll viele Wildtierarten geben. "Damit verbietet sich von selbst die Jagd auf seltene Wildtiere. Und es ist eine Aufgabe des Jägers, seltene Tiere zu schützen", erklärt Erich Loserth. Deswegen kümmert er sich auch darum, dass der Lebensraum der Tiere erhalten bleibt. "Wir pflanzen zum Beispiel Hecken oder legen Äcker an. Dort können die Tiere Nahrung finden oder sich verstecken." (dpa)
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