16.11.2017 - 22:12 Uhr
Deutschland & Welt

Niederländer wird nach Angriff in einem ICE verurteilt Acht Jahre Haft für Messerattacke

Völlig betrunken hat ein Mann im April in einem ICE einen anderen Fahrgast mit einem langen Messer angegriffen und schwer verletzt. Für diese heimtückische Tat ist der Niederländer in Aschaffenburg zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden.

Der Hauptbahnhof in Aschaffenburg. Bild: Ralf Hettler/dpa
von Agentur DPAProfil

Aschaffenburg. Für die blutige Messerattacke in einem ICE bei Aschaffenburg ist ein Niederländer zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt worden. Der Angeklagte sei auch mit fast drei Promille Alkohol im Blut in der Lage gewesen, zu wissen, dass es Unrecht ist, jemanden mit einem Messer anzugreifen, sagte der Vorsitzende Richter Volker Büchs am Donnerstag im Landgericht Aschaffenburg. Der 43 Jahre alte Angeklagte habe billigend in Kauf genommen, dass der Angegriffene zu Tode kommen könnte. Die Kammer rückte deshalb nicht vom Vorwurf des versuchten Mordes ab.

Der Niederländer hatte im April in dem Zug einen Briten von hinten mit einem Kampfmesser angegriffen und ihn mit einem tiefen Schnitt in Halsnähe schwer verletzt. Das damals 27 Jahre alte Opfer erlitt dabei eine etwa acht Zentimeter lange und fünf Zentimeter auseinanderklaffende Schnittverletzung im unteren Kinnbereich. Der Mann überlebte den Angriff, es bestand keine Lebensgefahr. Der Angreifer konnte wenig später von zufällig mitreisenden Polizisten und Soldaten der Bundeswehr überwältigt werden.

In dem Verfahren hatte ein Gutachter den Mann wegen des "Medikamenten-Drogen-Alkohol-Cocktails" im Blut zwar als eingeschränkt steuerungsfähig, nicht aber als schuldunfähig bezeichnet. Er sprach sich zudem für eine Einweisung in eine Entzugsklinik aus. Das Gericht folgte dieser Empfehlung. Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt über seinen Verteidiger gesagt, dass er sich nicht an den Vorfall erinnern könne.

Der Staatsanwalt hatte sieben Jahre Haft gefordert, der Verteidiger plädierte auf maximal vier Jahre und sechs Monate für gefährliche Körperverletzung. Die Verteidigung kündigte bereits an, in Revision gehen zu wollen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.