Papst bemängelt Übersetzung
Neues Vaterunser?

Papst Franziskus ist nicht zufrieden mit der deutschen Übersetzung des Vaterunsers. (Foto: Vincenzo Pinto/AFP Pool/AP/dpa)

Rom. (KNA) Papst Franziskus hat die Fassung der Vaterunser-Bitte "führe uns nicht in Versuchung" kritisiert. Dies sei "keine gute Übersetzung", sagte er in einem Interview des italienischen Senders TV2000. Es sei nicht Gott, der den Menschen in Versuchung stürze, um zu sehen, wie er falle. "Ein Vater tut so etwas nicht; ein Vater hilft sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan", so der Papst. Anders als die Bitte um das tägliche Brot war dieser Satz schon früher Gegenstand von Diskussionen.

Franziskus verwies auf einen Beschluss der französischen Bischöfe, die offizielle Übersetzung zu ändern. In katholischen Gottesdiensten in Frankreich lautet die betreffende Bitte seit dem ersten Adventssonntag: "Lass uns nicht in Versuchung geraten." Der Papst äußerte sich in einer Kurzserie zu den Vaterunser-Bitten.

Im Zusammenhang mit der französischen Initiative hatten auch Theologen im deutschen Sprachraum eine Anpassung verlangt. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer warnte hingegen vergangene Woche vor einer "Verfälschung der Worte Jesu". Die Vaterunser-Bitte "führe uns nicht in Versuchung" sei genau so bei den Evangelisten Matthäus und Lukas überliefert. Es gehe nicht an, Jesus diesbezüglich zu korrigieren, so der frühere Dogmatikprofessor. Gleichwohl müssten und könnten diese Worte so erklärt werden, "dass das Gottesbild nicht verdunkelt wird".

Milliarden von Menschen kennen das Gebet, das nach einhelliger Meinung der Theologen höchstwahrscheinlich von Jesus selbst stammt. Es ist seit fast 2000 Jahren fester Bestandteil des christlichen Gottesdienstes und der persönlichen Gebete vieler Menschen.
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