16.08.2017 - 22:06 Uhr
Deutschland & Welt

Permafrost auf Zugspitze könnte verschwinden Ewiges Eis schmilzt

München. Das ewige Eis an der Zugspitze schmilzt weiter dahin. Der Permafrost auf dem höchsten Berg Deutschlands könnte nach neuen Berechnungen des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) schon um das Jahr 2080 verschwunden sein. "Die Zugspitze ist ein wichtiger Indikator für den Klimawandel in Bayern. Die Bohrung im Gipfelbereich der Zugspitze zeigt, dass es in den Alpen immer wärmer wird", sagte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) am Mittwoch zur Veröffentlichung einer Permafrost-Studie des Landesamts für Umwelt (LfU).

Der Permafrost auf der Zugspitze ging seit 1915 von 34 auf 25 Meter zurück. Bild: Sven Hoppe/dpa
von Agentur DPAProfil

Der Alpenraum reagiere besonders sensibel auf den Klimawandel. Permafrost halte als ewiges Eis die Berge im Hochgebirge im Innern zusammen. Schmilzt er, ist häufiger mit Steinschlag und Felsstürzen zu rechnen. 2007 war bei der Forschungsstation Schneefernerhaus die 44 Meter lange Bohrung quer durch den Zugspitzgipfel getrieben worden. Im Inneren befinden sich in regelmäßigen Abständen Messstellen. Hochrechnungen unter Einbeziehung der Wetterdaten zufolge ging der Permafrost in den vergangenen hundert Jahren von 34 Meter Gesamtlänge im Jahr 1915 auf 25 Meter im Jahr 2015 zurück. An der Südseite seien es sieben Meter gewesen, an der Nordseite zwei Meter, sagte der Leiter des Geologischen Dienstes am LfU, Roland Eichhorn.

Schmelzender Permafrost ist auch in anderen Alpenländern ein Thema. Dies kann Bauwerke wie Seilbahnen bedrohen - weil deren Stützen auf dem gefrorenen Boden stehen. Beim Bau der neuen Zugspitzseilbahn werde den Ergebnissen durch Sicherheitszuschläge und eine intensivierte Baugrundüberwachung Rechnung getragen, sagte Eichhorn. Die Bayerische Zugspitzbahn habe die Berechnungen in ihre Planung einbezogen.

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