",Plato' kann man sich sparen"
Briefe an die Redaktion

Keinen Sinn erkennen kann eine Leserin in dem von Stadträtin Tanja Koller entwickelten "Aufklärungsprojekt Weiden" über Homosexualität unter dem Titel "Plato" - Platz für Toleranz (siehe NT vom 13./14. April):

Zwei Extraschulstunden werden einem Thema eingeräumt, das eigentlich schon im Sexualkundeunterricht hinreichend behandelt sein sollte. Darüberhinaus sollte Toleranz ein selbstverständlicher Bestandteil der Wertevermittlung durch die Schule sein. Verbale Obszönitäten können nicht nur Homosexuelle erleben. Wozu also "Plato"?

"Betroffene sollen erfahren, dass sie nicht allein sind, berichtet die Leiterin des Schülercafés", heißt es in dem Bericht. Sollen sich 16- bis 18-Jährige schon als homosexuell outen, die sich möglicherweise ihrer sexuellen Orientierung noch gar nicht sicher sind? Soll Neugierde auf die homoerotische Lebensweise geweckt werden?

Wie kommt Frau Koller zu der Feststellung, dass 10 Prozent der Bevölkerung homosexuell seien? In den USA, dem Ausgangspunkt der politisch aggressiven Homosexuellenbewegung, wurde früher als bei uns zum Thema Homosexualität geforscht.1994 kam eine Untersuchung (u. a.) von dort zu ganz anderen Zahlen: 6 % der männlichen und 4 % der weiblichen erwachsenen Bevölkerung fühlten sich erotisch/sexuell vom anderen Geschlecht angezogen, aber nur 2,8 % der Männer und 1,4 % der Frauen bezeichneten sich in ihrer "Identität" als homo- oder bisexuell.
Wenn die Feststellung "Anders ist normal" bedeuten soll, dass Homosexualität genauso biologisch grundgelegt ist wie Heterosexualität, ist ihr vehement zu widersprechen. Bis heute konnte keine wissenschaftliche Arbeit biologische Ursachen der Homosexualität nachweisen, während zahlreiche, nie widerlegte Forschungen darauf hinweisen, dass echte Neigungshomosexualität in der überwiegenden Mehrheit in der frühen Kindheit erworben wird, d. h. eine psychosexuelle Entwicklungsstörung ist. Selbst neuere Arbeiten von Prof. R. L. Spitzer weisen darauf hin, obwohl er 1973 in den USA eine Schlüsselrolle dabei spielte, dass Homosexualität aus der Liste psychischer Störungen gestrichen worden ist.

Politisch nicht korrekt sehe ich nicht, wo die Bevölkerung es an Toleranz den homosexuell empfindenden Menschen gegenüber fehlen lässt (Ausnahmen mag es immer geben), und meine, in den Medien sind Homosexuelle jeder Spielart genügend zu erleben, so dass man sich "Plato" als Zusatzaufklärung und die Gelder dafür sparen kann.

Dr. Maria MachtWeiden

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