Polizei erschießt Mann nach Angriffen vor Bäckerei
Drama in Fulda

Fulda. Die Spuren der Randale sind deutlich. Zwei große Einschlagstellen von Steinwürfen sind zu sehen, die Scheibe der Bäckerei in Fulda ist großflächig gerissen und gesplittert. Auf der Straße sind Blutspuren mit Kunststofffolien abgedeckt. Am frühen Freitagmorgen spielt sich im Fuldaer Gewerbegebiet Münsterfeld eine Gewalttat ab, an deren Ende die Polizei einen jungen Mann erschießt. Er soll die Beamten zuvor mit Steinwürfen und einem Schlagstock attackiert haben. Viele Fragen bleiben aber unbeantwortet.

Etwa, wie es zu dem Eklat vor der Bäckerei kam. Oder warum die von der Bäckerei zur Hilfe gerufenen Beamten ihre Waffen nutzten. Das Hessische Landeskriminalamt (LKA) wurde eingeschaltet. Am Mittag teilt die Staatsanwaltschaft die Identität des Mannes mit: Es handele sich um einen Afghanen (19). Er wohnte unweit der Bäckerei in einer Flüchtlingsunterkunft, wie Staatsanwalt Harry Wilke sagte. Der Mann soll vor der Bäckerei randaliert haben. Er warf demnach Steine gegen die Scheibe. Einen Lieferfahrer der Bäckerei soll er angegriffen und verletzt haben. Der Angestellte musste ins Krankenhaus gebracht werden. Zudem sei ein Polizist verletzt worden.

Dass Polizeibeamte im Ernstfall zur Waffe greifen, kommt immer mal wieder vor. Laut eine Statistik der Deutschen Hochschule der Polizei wurde 2016 in 52 Fällen auf Menschen geschossen (Elf Tote). In Hessen schoss die Polizei 2017 in fünf Fällen auf Menschen, zwei wurden getötet. Die Informationen der Ermittler zum Tatablauf kommen nur spärlich. Den Spuren am Tatort nach flüchtete der Angreifer, als die Beamten eintrafen. Denn erst rund 150 Meter entfernt fielen Schüsse.
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