24.08.2017 - 22:04 Uhr
Deutschland & Welt

Polizisten immer öfter Opfer Gewalt gegen Polizisten auf Höchststand

Beleidigungen, Körperverletzungen und sogar Mord: Polizisten in Bayern werden immer öfter Opfer von Gewalt. Neue Ausrüstung und Kameras sollen die Beamten besser schützen.

Zusätzlich zum ballistischen Schutzhelm und der kugelsicheren Weste erhalten die Polizisten neue Ausrüstung wie Schulterteile, die besseren Schutz bieten. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Nürnberg. Ein Mord, 13 versuchte Tötungen, fast 2500 Körperverletzungen und noch mehr Beleidigungen: Im vergangenen Jahr sind Polizisten im Freistaat in rund 7400 Fällen Opfer verbaler oder körperlicher Gewalt geworden; das sind 500 Fälle mehr als im Vorjahr. 16 450 Polizisten seien betroffen gewesen, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag in Nürnberg. Dies entspreche einem Plus von zehn Prozent im Vergleich zu 2015.

Die Zahl der verletzten Beamten sei ebenfalls deutlich gestiegen. Mit annähernd 2400 liege sie rund 16 Prozent über dem Wert von 2015. "Diese Entwicklung sehe ich mit größter Sorge. Das ist ein neuer Höchststand seit Erstellung unserer Lagebilder 2010."

Statistisch gesehen sei damit 2016 fast jeder zweite Polizeivollzugsbeamte in Bayern von Gewalttaten gegen die eigene Person betroffen gewesen. Besonders erschreckend sei das teilweise extreme Gewaltniveau, betonte Herrmann. Das zeige unter anderem der schreckliche Mord an einem 32-jährigen Polizisten im Oktober 2016 im mittelfränkischen Georgensgmünd durch einen sogenannten "Reichsbürger".

"Wir werden alles daran setzen, unsere Polizistinnen und Polizisten bestmöglich zu schützen", versicherte der Innenminister. Dafür werden bis November alle Streifenwagen mit einer neuen Ausrüstung für die Beamten ausgestattet, die besseren Schutz vor Schüssen bietet - einzelne Teile etwa für die Schultern können separat angelegt werden. Der Freistaat gibt dafür rund 30 Millionen Euro aus. Zudem läuft in Augsburg, München und Rosenheim ein Test mit Kameras, die Beamte am Körper tragen und bei Bedarf einschalten können. "Berichte aus anderen Ländern bestätigen hier eine deeskalierende und abschreckende Wirkung", erläuterte Herrmann. Auch die ersten Erfahrungen in Bayern seien bisher durchweg positiv.

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