Razzia mit 600 Beamten

Mit knapp 600 Beamten hat die Polizei in Leipzig mehrere Gebäude durchsucht. Wie der Sprecher des federführenden Landeskriminalamtes sagte, ging es bei den Durchsuchungen unter anderem um Verstöße gegen das Waffengesetz sowie Steuerhinterziehung. Bild: dpa

Hunderte zum Teil vermummte Polizeibeamte, zeitweise gesperrte Straßen: Eine Großrazzia wegen Waffenhandel und Steuerhinterziehung hat in Leipzig Aufregung ausgelöst.

Leipzig. Dicht gereiht stehen blau-weiße Polizeitransporter am Rand der Eisenbahnstraße im Leipziger Osten. Schwarz gekleidete und vermummte Beamte mit Maschinenpistolen sperren den Zugang zu einer Spielhalle ab. Der Straßenbahnverkehr ist eingestellt, Fußgänger hasten an der Szenerie vorbei, Neugierige bleiben stehen und werfen einen kurzen Blick auf das Geschehen. Knapp 600 Polizisten sind bei einer Großrazzia im Einsatz. Anlass sei der Verdacht auf Waffenhandel und Steuerhinterziehung, teilt das Landeskriminalamt (LKA) mit.

Zehn Objekte im Fokus

Seit Donnerstagmittag läuft der Einsatz. Dabei standen verschiedene Lokalitäten in der Leipziger Innenstadt im Fokus, wie LKA-Sprecher Tom Bernhardt sagt. "Wir haben insgesamt mehr als zehn Objekte durchsucht." Zu den konkreten Einsatzorten will er keine Angaben machen, weil bei Steuerverfahren auch immer das Steuergeheimnis zu wahren sei.

Nur eines nennt er: "Im Zusammenhang mit den Verstößen gegen das Waffengesetz erfolgte unter anderem eine Durchsuchung im Clubhaus der United Tribuns", so Bernhardt. Dieses Verfahren laufe aktuell noch gegen Unbekannt und stehe nicht im Zusammenhang mit den Schießereien im vergangenen Sommer auf der Eisenbahnstraße, die als Kriminalitätsschwerpunkt in der Messestadt gilt.

Damals hatte dort bei Auseinandersetzungen im Rockermilieu ein Mitglied der Leipziger Hells Angels einen Anwärter auf eine Vollmitgliedschaft der United Tribuns erschossen. "Aber im Laufe der Auswertung des Verfahrens wird das natürlich entsprechend mit beachtet", sagt der LKA-Sprecher.

Unter Führung des Landeskriminalamtes sind die Polizisten auch in anderen Straßen der Leipziger Innenstadt unterwegs. Sie durchsuchen Gebäude, stellen Beweismittel sicher. Auch Mitarbeiter des Zolls sind vor Ort.

Den Durchsuchungen liegt nach Bernhardts Worten der begründete Verdacht zugrunde, wonach Waffen und Munition nach Leipzig gebracht wurden. Details dazu nennt er nicht. Das Thema organisierte Kriminalität spiele aber eine Rolle.

LKA nennt keine Details

Auch beim Thema Steuerhinterziehung bleibt der LKA-Sprecher eher vage. "Es steht im Zusammenhang mit dem Betrieb von Gewinnspielautomaten. Der Rest unterliegt dem Steuergeheimnis." Der Einsatz sollte bis in die Abendstunden dauern. Festnahmen gab es zunächst nicht.
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