16.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers - Damit keine Abmahnung droht, gilt es einiges zu ... Was tun im Krankheitsfall

von Redaktion OnetzProfil

Jeder kann einmal krank werden und deswegen nicht zur Arbeit gehen. Das Gehalt muss der Arbeitgeber weiter bezahlen. Einige Punkte sollten dabei aber unbedingt beachtet werden:

Krankmeldung: Der Arbeitnehmer hat die Pflicht, seinem Arbeitgeber noch vor Arbeitsbeginn mitzuteilen, dass er aufgrund von Krankheit nicht zur Arbeit erscheinen kann. Geht der Arbeitnehmer erst zum Arzt und informiert den Chef erst danach, kann das schon eine Pflichtverletzung sein und der Arbeitnehmer muss mit einer Abmahnung und im Wiederholungsfall mit einer Kündigung rechnen.

Attest: Dauert die Erkrankung länger als drei Kalendertage, ist immer ein ärztliches Attest vorzulegen, das auch angibt wie lange die Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich dauern wird. Der Arbeitgeber kann auch ohne konkreten Grund schon ab dem ersten Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung verlangen. Ist der Arbeitnehmer länger krank, als im Attest angegeben, muss darauf geachtet werden, dass eine Folgebescheinigung des Arztes vorgelegt wird, die lückenlos an die Erstbescheinigung anschließt.

Krankfeiern: Wenn der Arbeitgeber Zweifel hat, ob der Arbeitnehmer tatsächlich arbeitsunfähig erkrankt ist, kann er in begründeten Fällen eine Stellungnahme des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen einholen. Der Arbeitgeber ist hier zu Recht stutzig, wenn ein Arbeitnehmer besonders häufig bei schönem Wetter, an "Fenstertagen", unmittelbar vor und nach Feiertagen sowie dann, wenn ihm der beantragte Urlaub nicht gewährt wurde, krank ist. Der Arbeitnehmer ist dann verpflichtet, sich beim Arzt des Medizinischen Dienstes vorzustellen, ansonsten droht wieder eine Abmahnung.

Was während der Krankschreibung erlaubt ist: Krankschreibung bedeutet nicht, dass man unbedingt zuhause und im Bett bleiben muss. Der Arbeitnehmer muss nur alles unterlassen, was einer Genesung im Weg steht. Es kommt also auf die Erkrankung an. Selbstverständlich soll man bei einer Grippe zuhause bleiben. Auch ist es nicht ratsam, mit einem gebrochenen Arm Fußball zu spielen oder im Garten zu arbeiten. Ein Kinobesuch schadet dann aber nicht.

Krankheit im Urlaub: Wird der Arbeitnehmer im Urlaub krank, sind die Urlaubstage nicht unbedingt verloren. Die Zeit steht dann nämlich nicht mehr zur Erholung zur Verfügung. Sollen die Urlaubstage nicht verschenkt werden, muss sich der Arbeitnehmer am ersten Tag beim Arbeitgeber krankmelden und ein Attest vorlegen. Dann werden die Krankheitstage nicht auf den Jahresurlaub angerechnet.

Um zum Abschluss mit einem weit verbreiteten Irrglauben aufzuräumen: Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis kündigt, während der Arbeitnehmer krankgeschrieben ist. Es gelten dann für eine wirksame Kündigung keine anderen Anforderungen, als sonst auch.

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