Schulbildung
Mädchen schätzen ihre Mathefähigkeiten schlechter ein

Eine Schülerin rechnet mit einem Abakus. Bild: Daniel Reinhardt/dpa

Berlin. Schon im Alter von etwa zehn Jahren schätzen viele Mädchen ihre Fähigkeiten in Mathematik schlechter ein als Jungen. Das gilt selbst dann, wenn die Kinder beider Geschlechter dieselben Noten haben. Die Unterschiede in der Selbstwahrnehmung bleiben stabil und bestehen bis zur zwölften Klasse fort. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin hervor, die auf Angaben von rund 20 000 Schülern der fünften, neunten und zwölften Jahrgangsstufe basiert. Sie wurden gefragt, wie sie ihre Fähigkeiten in Mathe und Deutsch einschätzen und welche Noten sie in diesen Fächern haben. Dabei zeigten sich Unterschiede zwischen Mathe und Deutsch: In Deutsch schätzen Mädchen ihre Fähigkeiten etwas höher ein als Jungen, wobei die Werte nicht so stark auseinander liegen wie im Fach Mathe. Zum Teil lässt sich die unterschiedliche Selbstwahrnehmung durch tatsächliche Leistungsunterschiede erklären. Der Vergleich mit den Noten zeigt allerdings auch: Selbst bei gleicher Benotung schätzen sich Jungen stärker ein. Auch in der zwölften Klasse zweifeln sie noch stärker an ihren Mathefähigkeiten als Jungs. Die Daten können eine Erklärung dafür sein, warum Frauen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) stark unterrepräsentiert sind. Die negativere Selbsteinschätzung kann bei Mädchen zu der Schlussfolgerung führen, dass sie für diese Fächer nicht gut genug sind.

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