21.08.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Schwere Vorwürfe gegen Audi Ingenieur gegen Audi

Die Justiz in München und den USA hat den Audi-Ingenieur P. in der Dieselaffäre ins Visier genommen. Der packt aus. Für seine Verteidiger ist die Sache klar - für die Ermittler nicht.

von Agentur DPAProfil

München. Die Münchener Staatsanwaltschaft hat in der Diesel-Affäre bis heute keinen hinreichenden Tatverdacht gegen Audi-Chef Rupert Stadler. "Unter den Beschuldigten sind keine aktuellen oder früheren Vorstände", sagte Staatsanwältin Karin Jung am Montag. Die Verteidiger des seit sieben Wochen in Untersuchungshaft sitzenden Audi-Motorentwicklers P. sagten, nach Auffassung der Staatsanwaltschaft habe dieser seine Vorgesetzten hinters Licht geführt. P. war von 2006 bis 2015 einer der führenden Motorenentwickler bei der Volkswagen-Tochter Audi gewesen. Die US-Justiz wirft ihm vor, er habe "Audi-Mitarbeiter angewiesen, Software zu entwickeln und einzubauen, mit der die standardmäßigen US-Abgastests getäuscht werden". Die Münchener Justiz verdächtigt P. des Betruges.

Seine Verteidiger Walter Lechner und Klaus Schroth betonten am Montag, ihr Mandant sage als Einziger umfassend aus. "P. ist ein Unterabteilungsleiter. Der ermittelnde Staatsanwalt vertritt die Auffassung, dass er seine Vorgesetzten als gutgläubige Werkzeuge benutzt habe. Dass diese von nichts gewusst haben sollen, ist jedoch undenkbar und widerspricht jeder Lebenserfahrung", sagte Lechner. Laut "Süddeutscher Zeitung" (Montag), NDR und WDR soll der frühere Motorentwickler ausgesagt haben, Stadler und der Vorstand seien 2010 und 2012 über das Problem bei der Adblue-Reinigung von Dieselabgasen informiert worden. Stadler hatte allerdings mehrfach betont, von manipulierten Schadstoffmessungen habe er nichts gewusst. Ein Audi-Sprecher in Ingolstadt wollte sich am Montag mit Hinweis auf laufende Verfahren nicht weiter äußern.

Audi hatte P. 2015 beurlaubt und vor einem halben Jahr fristlos gekündigt. Über die Klage des Entwicklers hiergegen werde das Arbeitsgericht Heilbronn am 26. September verhandeln, sagten seine Anwälte.

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