Staatsanwaltschaft fordert mehrjährige Haftstrafen
Plädoyer gegen Syrien-Kämpfer

Zwei junge Männer stehen vor dem Oberlandesgericht, weil sie in ihrer syrischen Heimat für eine terroristische Vereinigung gekämpft haben sollen. Von links Angeklagter Azad R., Anwalt Armin Beck, Anwältin Martina Walter und ihr Mandant Kamel T. auf der Anklagebank. Bild: Peter Kneffel/dpa

Im Prozess gegen zwei mutmaßliche islamistische Kämpfer aus Syrien hat die Bundesanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen gefordert. Die jungen Männer stehen vor dem Münchner Oberlandesgericht, weil sie für die terroristische Vereinigung Ahrar al-Scham gekämpft haben sollen.

München. Die Vertreter des Generalbundesanwalts beantragten am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht München, den 23-jährigen Azad R. zu zwei und den 25-jährigen Kamel T. zu vier Jahren Gefängnis zu verurteilen. Ihnen werden die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Für den zur Tatzeit 19 Jahre alten R. kommt demnach eine Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht in Betracht, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Laut Anklage kämpften die Männer im Bürgerkrieg in ihrer Heimat für die terroristische Vereinigung Ahrar al-Scham. Sie waren von August 2013 bis April 2014 im Gebiet um Aleppo gegen andere Rebellen sowie syrisches Militär eingesetzt. R. wurde im Gefecht verletzt und wird sein Leben lang gelähmt bleiben. Sein Freund T. pflegte ihn und flüchtete wohl über die Balkanroute gemeinsam mit ihm nach Deutschland. Oberstaatsanwalt Bernd Meiners rechnete den Angeklagten in seinem Schlussvortrag ihre umfangreichen Geständnisse an. Er würdigte auch die Leistung T.s, der seinem verwundeten Freund geholfen habe. Das Plädoyer der Verteidigung soll am Freitag folgen. Das Urteil ist für den 19. September vorgesehen.
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