Stabile Beziehungen sorgen für Wohlbefinden
Gelerntes Glück

Glücksforscherin Michaela Brohm-Badry. Bild: dpa

Trier. Glück kann man lernen - ist die Glücksforscherin Michaela Brohm-Badry (54) überzeugt. Man müsse sich aktiv Situationen schaffen, die man erfolgreich zum Abschluss bringe, sagte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung in Trier. Das könne alles Mögliche sein: Sport machen, im Job eine größere Aufgabe erledigen, das Bad putzen oder die Hecke schneiden. Wenn man etwas gezielt erledigt habe, springe das "Belohnungszentrum" im Gehirn an und schütte Neurotransmitter wie Dopamin aus, die Glücksgefühle auslösten.

Wer passiv sei, nehme sich "die Chance auf dieses Glücksempfinden", sagte die Professorin. In Zuständen der Langeweile und Demotivation würden diese Stoffe nicht ausgeschüttet. "Wer nur auf dem Kanapee sitzt, sorgt nicht dafür, dass er Erfolgserlebnisse hat und hat dadurch auch ein anderes Glücksempfinden", sagte die Bildungswissenschaftlerin- Kurzfristige Glücksgefühle lösten auch Lob und Komplimente aus. Für ein "längerfristiges Wohlbefinden" brauche es mehr: Positive Emotionen, eine Aufgabe, "für die man brenne", stabile Beziehungen und einen Sinn im Leben - "privat oder beruflich". Vieles könne man sich erarbeiten: "Man kann einen ganz großen Anteil an persönlichen Glück oder Wohlbefinden lernen."

Ein zu viel an Aktivität und Stress könne Glücksempfinden auch zerstören: "Wir brauchen in unserer verhetzten Gesellschaft wieder mehr Rückzugsorte und -zeiten, in denen wir uns mit uns selbst beschäftigen." sagte die Wissenschaftlerin. Eine ihrer jüngsten Studien mit mehr als 1000 Kindern und Jugendlichen habe gezeigt, dass nach Phasen des Nachdenkens neue Motivation und neues Leistungsvermögen entstünden. "Wir brauchen mehr Zeiten, in denen wir einfach ruhig werden, reflektieren und bei uns sind."
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