18.08.2017 - 17:24 Uhr
Deutschland & Welt

Tausende Alkoholtote jährlich Legale Drogen richten größten Schaden an

Berlin. (epd/dpa) Legale Suchtstoffe wie Alkohol und Tabak richten nach Worten der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), immer noch größeren gesellschaftlichen Schaden an als illegale Suchtstoffe. Dies zeigten allein die 121 000 Tabak-Toten und 74 000 Alkohol-Toten im Jahr, sagte Mortler, die am Freitag in Berlin den Drogen- und Suchtbericht 2017 vorlegte.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU). Archivbild: Soeren Stache/dpa
von Agentur EPDProfil

7,8 Millionen Menschen in Deutschland konsumierten Alkohol in gesundheitlich riskanter Menge, sagte Mortler. Tabak- und Alkoholkonsum seien tief in der Gesellschaft verwurzelt. Deswegen werde man dort "nicht mit Riesenschritten vorankommen", sagte sie. Mortler spricht sich daher für einen Verzicht auf Alkoholwerbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aus. Die Sender hätten dies selbst in der Hand, sagte sie. Sie forderte eine Debatte darüber, ob Alkoholwerbung im gebührenfinanzierten Fernsehen noch nötig sei. Die CSU-Politikerin kündigte noch für diese Wahlperiode einen sogenannten "Alkohol-Atlas" an, der nach dem Vorbild des "Tabak-Atlas" Daten, Trends und gesetzgeberische Empfehlungen liefern soll. Damit werde sie sich "nicht viele Freunde und Freude machen", sagte sie.

Mortler warnt zudem eindringlich vor einer Verharmlosung von Cannabis. Zugleich wies sie darauf hin, dass vor allem US-Investoren schon ein gutes Geschäft mit Cannabis auf dem deutschen Markt witterten. Der Druck nehme zu, Cannabis zu legalisieren, sagte die Politikerin. "Der Drogenmarkt ist heute vollständig globalisiert", erklärte Mortler. Die Verharmlosung von Cannabis sei inzwischen ein allgemeiner Trend und mit ein Grund, weshalb der Konsum der Droge in jüngster Zeit wieder angestiegen sei. 6,1 Prozent der Erwachsenen gaben demnach an, in den vergangenen 12 Monaten die Droge genommen zu haben, so viele wie zuletzt 2003.

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