Tempo-Kontrollen der Polizei überlassen
Briefe an die Redaktion

Der Leserbrief "Vorrecht für Raser" vom 21. 8. 2914 zum Thema kommunale Geschwindigkeitskontrollen bleibt nicht unwidersprochen:

Mein erster Gedanke über das knappe Abstimmungsergebnis im Weidener Stadtrat war, es gibt sie also doch noch, die Politiker mit realistischer Einstellung, Sachverstand und freier Meinung. Auch wer nicht Betriebswirtschaft studiert hat, dem müsste klar sein, dass ein privates Unternehmen natürlich Gewinn erzielen muss. Dass dies unter dem Deckmäntelchen der Verkehrssicherheit passiert, ist wohl der knappen Mehrheit im Stadtrat nicht aufgefallen, oder war der Wink mit den Euronen für den klammen Stadtsäckel doch zu verlockend.

Um den Profit zu erwirtschaften, bedarf es wie anderweitig festzustellen ist, breiter Einfallstraßen, nicht Straßen an Kindergärten und Schulen, die zur besagten Zeit so verstopft sind, dass sich eine Messung nicht rentieren würde.

Natürlich darf man von den Anwohnern, die verzweifelt für ihre Tempo-30-Zonen gekämpft haben, erwarten, sich an die Gesetze zu halten. Gerade Herrn Schinabeck zu unterstellen, er sei ein Fürsprecher der Raser, zeugt von Unkenntnis und mangelndem Sachverstand der Leserbriefschreiber Herr Czubak und Herr Kristel.

Eins kann ich den beiden besorgten Leserbriefschreibern auch versichern, die Raser, die mir als Fußgänger, Rad-, Motorrad- und Autofahrer begegnen, befinden sich meist auf Strecken, die wegen Unrentabilität bestimmt nicht von kommunalen Überwachern kontrolliert werden. Ich bin der Meinung, diese Aufgabe überlassen wir doch lieber der Polizei, die nicht zwingend jeden Abend ein Plus in der Abrechnung vorzuweisen hat, sondern sich auch einmal den tatsächlichen Unfallschwerpunkten widmen kann. Und wenn man wie Sie, liebe Leserbriefschreiber, sich bessere Radwege wünscht, wie wäre es mit 100 Euro Radwegesteuer pro gekauftem Fahrrad, zumal Radwege nicht zwingend für einen gut funktionierenden Wirtschaftsstandort und eine gute Versorgung der Bevölkerung notwendig sind.

Matthias KastnerWeiden

"Parkhaus hemmt den Verkehrsfluss"

Nicht einverstanden mit dem geplanten neuen Parkhaus in der Stadtmitte ist dieser Leserbriefschreiber:

Hocherfreut nimmt der Verfasser der folgenden Zeilen die Aktivitäten der Fondara-Verantwortlichen zur Kenntnis. Er würde sich freuen, wenn seine Gedanken in die Diskussionen einbezogen werden würden:

Parkhaus in Verkehrsmitte? ... nach einer ungeschriebenen Städtebauregel: möglichst nicht. So verlockend es klingt: mit dem Auto schnell ins Parkhaus - hinein zum Einkaufen - und zurück wird in der absoluten Verkehrsmitte der Stadt nicht funktionieren. Grund: Verkehrsflussprobleme.

Parkhäuser und Parkplätze sollten im Abstand der näheren Peripherie des Einkaufszentrums liegen. Ausgenommen sind die sogenannten "Neue-Stadtmitte-Zentren", die sich nicht im alten Ortskern befinden, sondern oft auf der "grünen Wiese" erstellt werden.

In Weiden ist eine andere Situation gegeben: Wie bekannt, wird das Fondara-Einkaufszentrum in der absoluten Verkehrsmitte Weidens gebaut. Parkplatz und Parkdeck in den "Naabwiesen" liegen mit einem kurzen Fußweg in idealem Abstand zum geplanten Einkaufszentrum.

Ebenso liegt die Allee-Tiefgarage fußläufig sehr gut zum Fondara-Objekt. Sie muss nicht verkauft werden! Denn die Sanierung der Allee-Tiefgarage kann durch die Einsparung des Parkhauses indirekt über eine Parkplatzablöse (400 bis 500 Stellplätze) finanziert werden. Sollten rechnerisch noch Parkplätze fehlen, könnte aus dem Erlös noch ein einfaches Deck in Rathausnähe gebaut werden. Der bestehende Parkplatz neben dem "Stadtkrug" kann unterkellert werden und steht den Gewerbetreibenden, Untermietern sowie Käufern von Teileigentum zur Verfügung.

Städtebaulich kann das Evangelische Gemeindehaus der "schöne Solitär" bleiben und wird nicht von Betonmassen umgeben sein. Bestehende städtische Gebäude müssten nicht dem Parkhaus weichen. Der Verkehr in der Sedanstraße und angrenzenden Straßen würde in der gleichen Dichte wie bisher fließen und nicht stockend zusammenbrechen.

Dieter BöhmDipl.-Ing. ArchitektWeiden

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