Todesfahrt in New York
Todesfahrer ist vorbestraft

Polizisten untersuchen auf dem Times Square in New York ein zerstörtes Fahrzeug. Der Autofahrer, der über einen Gehweg gerast ist und hat dabei eine Frau getötet hat, stand möglicherweise unter Drogeneinfluss. Bild: dpa

Kontrollverlust am Steuer unter Drogen? Eine gezielte Attacke auf beliebige Opfer? Versuchter Selbstmord durch Polizeischüsse? Nach der tödlichen Fahrt am Times Square sind noch viele Fragen offen. Einen Anschlag vermuten die Ermittler aber nicht.

New York. Gegen den Todesfahrer vom New Yorker Times Square wird laut einem Medienbericht wegen Mordes ermittelt. Der Mann war am Donnerstag mit seinem Auto in eine Gruppe von Fußgängern gerast, tötete dabei eine Frau und verletzte 22 weitere Menschen. Neben Mord würden ihm 20-facher versuchter Mord sowie in fünf Fällen ein schweres Tötungsdelikt mit einem Fahrzeug vorgeworfen, berichtete der US-Nachrichtensender CNN in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf die Polizei. Auf einen terroristischen Hintergrund deutete laut New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nichts hin.

Drogen im Blut

Im Blut des 26-jährigen Richard Rojas, eines Ex-Soldaten der US-Marine aus dem Stadtteil Bronx, wurde laut CNN die auch als "Angel Dust" bekannte Droge PCP festgestellt. Der Mann habe psychische Probleme und habe Polizisten gesagt, dass er erwartet habe, von ihnen erschossen zu werden. Rojas hatte am Donnerstagmittag (Ortszeit) mit seinem Auto auf einer Kreuzung gewendet und war dann mit hohem Tempo über den Gehweg gefahren. Nach etwa drei Straßenblocks rammte er einen Poller, an dem sein Wagen hängenblieb. Rojas versuchte zu fliehen, wurde aber sofort überwältigt und festgenommen, wie de Blasio bei einer Pressekonferenz sagte. "Es gibt keine Hinweise, dass dies ein terroristischer Akt war." Trotzdem würden zusätzliche Polizisten der Anti-Terror-Einheiten vorsichtshalber wichtige Orte der Metropole absichern. Vier der 22 Verletzten schwebten nach Angaben des Feuerwehrchefs Daniel Nigro vom Donnerstag in Lebensgefahr. Ihre Überlebenschancen seien aber gut. Bei der getöteten Frau handelt es sich um eine 18-Jährige, die laut dem Fernsehsender NY1 mit ihrer Familie aus dem US-Bundesstaat Michigan zu Besuch in der Stadt war. Ihre 13 Jahre alte Schwester wurde ebenfalls von dem Auto erfasst und kam mit Verletzungen ins Krankenhaus.

Vor Militärgericht

Rojas fiel während seiner Zeit als Soldat bei der US-Marine wegen Trunkenheit am Steuer und ordnungswidrigem Verhalten auf. Das Militärtribunal in Jacksonville im Staat Florida, wo er als Soldat teils stationiert war, verurteilte ihn im Juni 2013 zu einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 3000 Euro und verhängte eine Ausgangssperre von drei Monaten. Zudem wurde er in eine niedrigere Besoldungsgruppe heruntergestuft. Rojas bekannte sich schuldig zu den Vorwürfen, die neben Trunkenheit auch Bedrohung anderer umfassten. Aus der Navy sei er "unter anderen als ehrenhaften Umständen" vom Militärdienst entlassen worden, sagte ein ranghoher Marineoffizier.

Ob Rojas sein Auto absichtlich in die Menge gesteuert hatte, war zunächst unklar. CNN zufolge sagte er der Polizei, Gott habe ihn zu der Tat gezwungen. Er habe am Donnerstag sowie bei einer früheren Festnahme angegeben, Stimmen zu hören, berichtete NY1.
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