25.02.2018 - 21:50 Uhr
Deutschland & Welt

Tödlicher Streit unter Teenagern 15-jähriges Mädchen erstochen

Ein Parkdeck mit Uringeruch und bröckelndem Putz: In diesem trostlosen Umfeld in Dortmund ist eine 15-Jährige nach einem Teenagerstreit schwer verletzt worden und kurz danach gestorben. Was bleibt, sind viele Fragen.

Kerzen und Blumen als Zeichen der Trauer: In einem Dortmunder Parkhaus erinnern sie an eine 15-Jährige, die vermutlich von einem, um ein Jahr älteren Mädchen erstochen wurde. Bild: Bernd Thissen/dpa
von Agentur DPAProfil

Dortmund. Straßenlärm von draußen und der beißende Geruch von Urin. Putz bröckelt von der Decke. Auf dem Boden des tristen Parkdecks im Dortmunder Problemviertel Hörde sind Blutflecken zu erkennen. Daneben erinnern Blumen und Grabkerzen an den tödlichen Streit zwischen zwei Mädchen. Am Freitagabend wurde in dieser trostlosen Szenerie eine 15-Jährige bei einem Streit unter Teenagern höchstwahrscheinlich mit einem Messerstich in die Brust tödlich verletzt. Die mutmaßliche Täterin, ein 16-jähriges Mädchen, sitzt in Untersuchungshaft und schweigt.

Berüchtigter Treffpunkt

Verdächtige und Opfer kannten sich, sie waren mit einer Clique von 10 bis 15 Jugendlichen in dem Parkhaus, berichtet Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel. Das Parkdeck am Hörder Bahnhof gilt laut "Ruhrnachrichten" als Treffpunkt von Jugendlichen. Dabei habe es immer wieder Probleme mit Vandalismus und Drogenkonsum gegeben. Nur wenige Stunden vor der Tat hätten deshalb Vertreter des Eigentümers und der Behörden über eine mögliche Schließung des Parkdecks über Nacht beraten. "Wie kann so etwas passieren?", fragt der 22-jährige Jan Urban am Sonntag am Tatort fassungslos. "Ich kannte das Mädchen, sie war immer freundlich." Mit einem roten Filzstift schreibt er "Ruhe in Frieden" auf den Boden und zündet Kerzen an. Eine 15-Jährige Freundin des Opfers, die ihren Namen nicht sagen will, trauert am Tatort und legt Blumen nieder. "Ich war dabei, als die Rettungskräfte kamen", sagt das Mädchen. "Sie war meine Freundin und hat immer zuerst an andere gedacht."

Warum das Opfer mit der ein Jahr älteren Verdächtigen in Streit geriet, kann auch die Zeugin nicht erklären. Wahrscheinlich war es eine Lappalie, vermutet der Staatsanwalt. Möglicherweise hatte die Jüngere die Jacke der Tatverdächtigen mit Ketchup aus dem Schnellrestaurant in der Nähe verschmutzt, wurde am Tatort spekuliert. Jedenfalls hätten sich die beiden Mädchen erst beschimpft und dann miteinander gerangelt, erklärt der Staatsanwalt. Dann habe die Verdächtige offensichtlich zugestochen. Die Wunde in der Brust der Toten sei tief.

Wo ist die Tatwaffe?

Warum hat eine 16-Jährige eine gefährliche Waffe dabei, warum sticht sie zu und nimmt den Tod einer Bekannten in Kauf? Wo ist die Tatwaffe? All diese Fragen blieben zunächst offen. Näheres könnte neben der Befragung der Zeugen und der Verdächtigen möglicherweise die Auswertung der Videoüberwachung in dem Parkhaus ergeben.

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