09.07.2017 - 22:10 Uhr
Deutschland & Welt

Trauerfeier für Busunglück-Opfer Aus dem Leben herausgerissen

Rund 250 Menschen kamen am Samstag in der Dresdner Frauenkirche zusammen, um der Opfer des Busunglücks vom 3. Juli zu gedenken. Auch der Bundesinnenminister nahm an der Ökumene-Andacht teil. Sachsens Dienstgebäude trugen unterdessen Trauerbeflaggung.

Ökumene-Andacht in der Dresdener Frauenkirche zum Gedenken der Opfer des Busunglücks vom 3. Juli. Bild: Matthias Rietschel/dpa
von Agentur DPAProfil

Von Tomas Gärtner, epd

Dresden/Münchberg. Während sich oben beim Glockengeläut der Dresdener Frauenkirche Touristen in Urlaubsstimmung tummelten, herrschte in der Unterkirche des Gotteshauses minutenlange Stille. Nur ein kurzes Schluchzen war zu hören: Mit einer ökumenischen Andacht ist am Samstag der 18 Opfer des schweren Busunglücks von Münchberg in Oberfranken gedacht worden.

Rund 250 Menschen hatten sich dazu in der Unterkirche der Frauenkirche versammelt, unter ihnen Angehörige und Freunde der Toten und Verletzten sowie Vertreter von Einsatzkräften und aus Politik und Kirchen. Viele von ihnen hatten weiße Rosen und Lilien zum Gedenken der Opfer mitgebracht. Als Gast nahm auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an der Gedenkveranstaltung teil.

Große Anteilnahme

Frauenkirchen-Pfarrer Sebastian Feydt erinnerte in seiner Begrüßung daran, wie unbeschwert die Menschen zu ihrer Reise aufgebrochen waren und wie abrupt sie aus dem Leben gerissen wurden. Er betonte auch die Anteilnahme und das Mitgefühl für die Opfer in der Bevölkerung. "Es ist gut, zu spüren, dass wir füreinander einstehen können", sagte Feydt und fügte hinzu: "Und gut, einen Ort zu haben, wo wir aussprechen können, was uns das Herz zerreißt." Der katholische Domdekan Klemens Ullmann las Psalm 23: "Der Herr ist mein Hirte."

Einatz der Helfer gewürdigt

Sachsens evangelisch-lutherischer Landesbischof Carsten Rentzing sagte: "Es erschüttert uns in Mark und Bein, wenn Menschen aus dem lichten Leben herausgerissen werden - und es erweckt unser tiefes Mitgefühl." Die große Anteilnahme der Menschen würdigte er als etwas "Lichthaftes" im Dunkel der Trauer. "Etwas zutiefst Menschliches und Göttliches scheint durch diese Tragödie hindurch", fügte er hinzu. Rentzing würdigte auch den Einsatz der Helfer bei dem Unglücksfall.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) wandte sich mit einer Fürbitte an die Angehörigen und Opfer. "Ob wir an Christus glauben oder nicht, es ist gut, hier und an anderen Orten zusammenzukommen und uns Christus zuzuwenden", sagte der Regierungschef. Nach Angaben der sächsischen Staatskanzlei war anlässlich der Andacht Trauerbeflaggung an Dienstgebäuden des Freistaats angeordnet worden.

Nach den Fürbitten für die bei dem Unfall Verstorbenen, Verletzten, Hinterbliebenen und Helfer entzündeten zahlreiche Besucher in die Mitte des Raumes unter dem Klang von Bachs Klavier-Capriccio eine Kerze. Rund um den Altarstein in der Unterkirche leuchtete so zum Abschluss ein Kerzenmeer für die Opfer. Für die Einsatzkräfte, die bei dem Unglück vor Ort waren, soll nach Angaben des evangelischen Bamberger Dekans Erwin Lechner am 19. Juli in Münchberg ein ökumenischer Gottesdienst stattfinden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.